|
Von der ÖVP fordert Böhmdorfer mehr Rücksicht auf den Partner FPÖ:
"In der Politik wird man nie gut behandelt. Politik ist ein
ständiger Wettstreit. Da hat der Größere Vorteile und der Kleinere
Nachteile. Es darf aber nicht so sein, dass die Chancengleichheit
nicht einmal im Prinzip gewahrt bleibt. Wir haben einiges erreicht.
Ich hätte mir zwar mehr erwartet. Aber man soll nicht gleich in Frust
verfallen." Und wenn ÖVP-Nationalratspräsident Khol gemeint habe,
die ÖVP habe als Juniorpartner der SPÖ professioneller agiert, als
die FPÖ es jetzt tue, gebe er damit "indirekt zu, dass man uns Frust
bereitet hat".
Zu seiner eigenen Rolle betont Böhmdorfer, er sehe seine Aufgabe
im Justizressort und werde sich "funktionell mit keinem Millimeter
darüber hinaus wagen": "Ich bin Fachminister. Ich habe keine
Parteifunktion und menge mich - außer es ist wie jetzt bei der Voest
wirklich erforderlich - nicht in die Innenpolitik ein. Das ist die
Sache des Vizekanzlers. Aber in diesem Fall war der
Privatisierungsauftrag ja explizit an die gesamte Bundesregierung
erteilt. Da kann ich nicht sagen, das geht mich nichts an."
Und Böhmdorfer zur Frage, ob er Lust auf den Job des Vizekanzlers
habe: "Das ist jetzt keine Amtsmüdigkeit, die aus mir spricht, aber
ich sage Ihnen eines: Ich freue mich schon darauf, dass ich eines
Tages wieder Rechtsanwalt sein werde." Dass er in der Causa Voest als
"Verbindungsoffizier" zu Jörg Haider agiert habe, wies der Minister
zurück: "Absolut falsch".
(Schluss) ck
© SN/APA.
|