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Ursula Haubner ist neue Staatssekretärin für Familienpolitik. Fragen nach der eigenen Familie findet die Schwester Jörg Haiders langweilig.
INGE BALDINGER WIEN (SN).
Wieder einmal alles Baustelle im 1. Stock des Sozialministeriums. Im Eckzimmer am Stubenring 1, dort, wo in den vergangenen Jahrzehnten die Sozialministerinnen und Sozialminister der Republik ihres Amtes walteten, ist nun "ein kleines Mitglied der neuen Regierung" (Eigendefinition) eingezogen: Familienstaatssekretärin Ursula Haubner. Schon 2000 war sie in die Koalitionsverhandlungen eingebunden gewesen, selbst in die Regierung wollte sie damals nicht. Warum diesmal? "Im Jahr 2000 war ich innerlich nicht bereit, das zu tun. Und wenn man innerlich nicht bereit ist, funktioniert es auch nicht", sagt die bisherige oberösterreichische Landesrätin für Frauen, Umwelt- und Konsumentenschutz im SN-Gespräch. Jetzt sei die Zeit reif gewesen, außerdem hätte ihr die FPÖ-Spitze die Entscheidung leicht gemacht: "Ich kann mit den handelnden Personen sehr gut." Ob es sie als Frauenpolitikerin nicht störe, dass sie die einzige Frau im FPÖ-Team sei? "Grundsätzlich hab' ich immer gerne weibliche Verstärkung in der Regierungsverantwortung", sagt sie und dass sie sich bemühen werde, "einen guten Beitrag zu leisten". Dass ihr die Frauenpolitik in Wien abhanden kommt - Frauenministerin wurde ja Maria Rauch-Kallat von der ÖVP - glaubt sie nicht: "Ich sehe das nicht so isoliert. Politik für Frauen muss in allen Ressorts gemacht werden. Daher werde ich in meinem Bereich - Familie, Senioren, Jugend, Konsumentenschutz - Frauenpolitik machen." Die unter Frauenminister Herbert Haupt eingerichtete Männerabteilung wandert nun übrigens in Zuständigkeit der Familienstaatssekretärin. Haubner findet das sehr passend: "So wie die Frauen einen Schritt in den Beruf hinaus machen, müssen die Männer einen Schritt in die Familie machen. Sie wissen ja gar nicht, was ihnen entgeht." Überhaupt habe sie nie ein Problem mit der Männerabteilung gehabt: "Wenn wir von Chancengleichheit reden, dann geht es natürlich in erster Linie um Chancengleichheit für Frauen. Aber Männer haben auch Anliegen." Von der Familienpolitik im allgemeinen zur Familienpolitik im Besonderen. Wie lebt es sich mit einem derart präsenten Bruder, wie es Jörg Haider ist? Haubner lächelt und sagt: "Ich habe eigentlich geglaubt, dass die Zeiten vorbei sind, wo all diese Fragen wieder kommen. Aber: Ich lebe schon seit 53 Jahren mit ihm und ich habe nie Probleme gehabt, auch nicht in der Politik. Er war und ist für mich ein bestimmender Faktor der österreichischen Innenpolitik. Und wie das vor 15, 16 Jahren begonnen hat, hab' ich das so zur Kenntnis genommen. Ich habe weder Nachteile noch Vorteile durch ihn gehabt. Daher lebe ich relativ gut damit." Ob es stimme, dass sie die einzige Respektsperson für ihren Bruder sei? Jetzt lacht sie. "Wie es immer Legendenbildungen gibt, ist auch das eine Legende. Ich denke, er ist einer, der sich von vielen Personen etwas sagen lässt, der - was ich sehr schätze - zuhört, wenn man eine andere Meinung hat." Aber: "Ich bin weder seine Beraterin, noch die Person, vor der er Angst hat. Vielleicht war das so, als wir Kinder waren, dass ich damals die strenge Schwester war." Wie sie mit Zurufen aus Kärnten umgehen werde? "Kein Problem, wenn es aus Kärnten Anregungen gibt." Und Knittelfeld? "Ich habe das abgehakt und mache einen dicken Strich darunter. Aber im Prinzip ist es um Inhalte gegangen", sagt sie. Etwa darum, dass es eine Steuerreform für kleine und mittlere Einkommen geben müsse und die Abfangjäger nicht aus dem Budget bezahlt werden dürfen, ehe diese Steuerreform kommt. Beides sei nun Teil des Regierungspakts.
Der 24. November war die Schmerzgrenze
Gibt es eine Schmerzgrenze bei den kommenden Landtagswahlen, ab der sie sagen würde: "Raus aus der Bundesregierung"? Haubner: "Ich denke, die Schmerzgrenze wurde am 24. November erreicht. Das war der Zeitpunkt, an dem wir erfahren mussten, dass die Menschen nicht wollen, dass eine Partei ihre internen Differenzen nach au-ßen trägt. Aus diesen Fehlern haben die wichtigen Leute in unserer Partei gelernt." Wie lange Schwarz-Blau II halten wird? "Das hält vier Jahre, sonst wäre ich gar nicht in die Regierung gegangen."
© SN/APA.
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