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OHNE PROTOKOLL
Wo ist er?
Alexander Van der Bellen schweigt. An sich ist das nichts Neues, denn der grüne Bundessprecher hat immer wieder schöpferische Pausen eingelegt. Aber so lange haben sie noch nie gedauert: Seit er in den Morgenstunden des 16. Februar auf Druck
seiner Partei die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP abbrechen musste, hat er sich mit Ausnahme eines einzigen Interviews nicht mehr öffentlich geäußert. Fast drei Wochen beharrlichen Schweigens. Nicht einmal in der Nationalratsdebatte zur Bildung der neuen Regierung hat er sich zu Wort gemeldet.
Geht er?
Dies nährt Spekulationen, dass Van der Bellen vor seinem Rücktritt stehen könnte. Schon während der Verhandlungen mit der ÖVP hatte es Gerüchte gegeben, Van der Bellen werde nur dann in der Politik bleiben, wenn der Sprung in die Regierung gelingt. Vier weitere Jahre in der Opposition würden den 59-Jährigen nicht interessieren, hieß es. Die fundamentalen Gegner einer Koalition mit der ÖVP hatten Van der Bellen das als "Erpressung der Partei" ausgelegt (siehe SN/AP-Bild). Sollte Van der Bellen tatsächlich den Parteivorsitz zurück legen, stehen die Grünen vor einer Zerreißprobe. Eine Integrationsfigur wie er ist weit und breit nicht in Sicht. Doch möglicherweise überlegt es sich Van der Bellen ohnehin noch einmal anders. Wie wir soeben erfahren, gibt er heute, Mittwoch, eine Pressekonferenz. pur
© SN/APA.
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