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Was ist Stress?
Der Begriff Stress kommt - erstens - aus dem Englischen (Druck, Kraft) und - zweitens - aus der Welt der Geologie: hier bezeichnet er tektonische Vorgänge, bei denen hartnäckig einseitiger Druck ausgeübt wird. Später wurde der Begriff in der Werkstoffkunde für unter Druck stehendes Material im Allgemeinen gebräuchlich. Zum Schluss zog das Wörtchen Stress in die Medizin ein - um dann in der Alltagssprache einen beispiellosen Siegeszug anzutreten. Es wurde zu einem d e r Wörter der 20. Jahrhunderts. Kurz gesagt ist mit Stress eine Anpassungsleistung des Organismus auf äußere Anforderungen gemeint.
Positiv und negativ.
Diese Anpassungsleistung des Körpers ist nicht grundsätzlich schlecht. Ein gewisses Ausmaß an Stress ist sogar lebensnotwendig und fördert das Denk- und Merkvermögen. Verhaltensphysiologen etwa sagen, dass Lernen wenig bringt, passiert es zu entspannt und gemütlich. Im Idealfall sollte Lernen als positive Anstrengung empfunden werden. Dieser positive Stress, der die Lebensgeister mobilisiert und einen zur sprichwörtlichen Hochform auflaufen lässt, wird Eustress genannt. Weicht die Freude, eine Herausforderung zu meistern, Zweifeln, ihr gewachsen zu sein, kippt der positive in den negativen Stress. Er wird Distress genannt und entsteht, wenn man sich häufig überfordert fühlt und Erfolg und Anerkennung ausbleiben. Aber auch permanente Unterforderung stresst. Das schadet der Gesundheit.
Ein wenig Chemie.
Beim Eustress ist biochemisch gesehen Noradrenalin der Hauptakteur, was sich positiv auf die Ausschüttung von Glückshormone (wie Endorphine und Serotonine) auswirkt. Beim Distress ist dagegen Cortisol der Hauptakteur. Als akute Stress-Reaktion kann die Cortisol-Ausschüttung Leben retten: der Körper reagiert (etwa bei Unfällen) mit sofortiger Muskelanspannung, Verletzungen bluten vorerst nicht. Wird dieser Alarmzustand zum Dauerzustand, wie das bei Distress der Fall ist, wirkt sich das negativ auf den Organismus aus. i. b.
© SN/APA.
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