| ÖSV-Chef Schröcksnadel vermisst Patriotismus und stellt sich vor Maier
Aare (SN. msm). Es ist nicht seine Art, aus seinem Herzen eine Mördergrube zu machen, und so nahm sich ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zum Abschluss der WM noch einmal die Journalisten vor. Er sei enttäuscht von deren Berichterstattung und deren Verhalten, "denn wir sind ja nicht im Krieg", meinte der Tiroler in Anspielung auf manche Schlagzeilen. Er sei sich schon vor der WM in Aare übe die Schwierigekeiten bewusst gewesen. "Denn im Norden haben wir uns noch nie leicht getan, man denke nur an Lillehammer." Dennoch habe er sich in den bitteren Stunden eines gewünscht: "Patriotismus. Aber der war nicht vorhanden."
Vor allem die hämischen Kommentare einiger ehemaliger Ski-Größen wie Franz Klammer und die Kritik an Maier stießen Schröcksnadel herb auf. "Offenbar sind einige, die sich noch wichtig nehmen, nicht mehr so gut informiert wie sie glauben." Beim Thema Maier wird Schröcksnadel zum Kämpfer: "Der ÖSV hat Maier so viel zu verdanken. Hinter Maier hat sich das stärkste Team aller Zeiten aufgebaut, das darf man nie vergessen. Trainer und Sportler sind keine Tiere, mit denen darf man nicht so umgehen." Dass die Medien Idole aufbauen und diese dann mit Lust vom Sockel stürzen würden, "dies muss ich akzeptieren, aber es betrübt mich wirklich".
Nach der Saison werde man mögliche personelle Konsequenzen im Team diskutieren. "Gibt es Schwachstellen, werden wir handeln", kündigte er an. Auch über die Zukunft der Zusammenarbeit mit den Medien müsse man sich unterhalten. Viel Spielraum hat Schröcksnadel da nicht: Mannigfache Verträge binden ihn an seine Partner ORF und "Kronenzeitung".
© SN/APA.
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