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Weltmeisterliche Grüße nach Leogang
19. Februar 2007 | 10:00
Familie Kostelic als Vorbild: Auch Sarka Zahrobska wurde von ihrem Vater zum WM-Titel geführt

AARE (SN-msm). Mit Vater Ante Kostelic telefoniert er oft und Kostelic senior war auch der Erste, der Petr Zahrobska Freitagabend zum WM-Titel seiner Tochter Sarka gratuliert hat. Alles hat er dennoch nicht gemein mit dem Kroaten, der einst gemeint hatte: "Ich hasse Alkohol, Tabak und Kommunisten." Zahrobska senior fügt nämlich an: "Ich trinke gern Bier." Das eine oder andere wird er sich am Wochenende vermutlich gegönnt haben, als die unglaublich anmutende Karriere seiner Tochter mit Gold im Slalom gekrönt worden ist.

Denn eigentlich war er Rechtsanwalt in Prag, ehe er nach der Geburt seiner Kinder in die Nähe der tschechischen Springermetropole Harrachov gezogen ist. Mit dem Skigebiet vor der Tür begann er aus seinen Kindern Petr und Sarka Rennläufer zu machen, fast ohne Unterstützung des tschechischen Verbandes und mit Wissen, dass er sich aus der Fachliteratur angeeignet hat. "Im Verband haben sie nur gesagt: Uns reicht Langlauf und Skispringen, denn wie sollen wir die Österreicher jemals im Alpinsport schlagen", erzählt Vater Zahrobska in langsamen englischen Sätzen, für die er sich gleich auch entschuldigt. "Wissen Sie, wo ich herkomme, hat man früher nur russisch als Fremdsprache gelernt."

Doch das Dasein des Einzelkämpfers scheint unglaubliche Kräfte freizusetzen. Wie einst Familie Kostelic, organisierte auch Zahrobska für seine Familie das Training auf eigene Faust, vornehmlich im Kaunertal und auf dem Stilfser Joch. Der Vater war Manager, Trainer und Säckelwart zugleich. "Wir wohnten in den billigsten Appartements und waren froh, wenn wir eine Liftkarte geschenkt bekamen."

Mit acht Jahren wurde Sarka Zahrobska Mitglied beim SC Leogang, für den sie auch jahrelang Kinderrennen gefahren ist und im Salzburger Schülercup gewonnen hat. "Hier haben wir uns immer wohl gefühlt, die Menschen waren sehr nett zu uns. Bitte grüßen Sie mir dir Leute in Leogang ganz herzlich", meinte Petr Zahrobska zu den SN.

Mit 15 bestritt die Tschechin ihre erste WM in St. Anton, mit 19 wurde sie Juniorenweltmeisterin, mit 21 holte sie nun die erste Goldmedaille für Tschechien bei einer Ski-WM. Doch auch in der Stunde des Erfolges holt Zahrobska sen. die Vergangenheit ein. "Jetzt braucht auch keiner vom tschechischen Verband kommen und sich mit uns auf das Foto zu stellen. Wir haben es allein geschafft, und wir werden allein weiter machen." Dass seine Tochter in der Entscheidung Nerven wie Drahtseile bewiesen hat, kommt für ihn nicht überraschend. "Wissen Sie, meine Kinder haben viele Entbehrungen hinter sich. Sie wissen, wie hart man um den Erfolg kämpfen muss. Den lässt man dann nicht mehr aus, wenn man ihn vor Augen hat."

© SN/APA.

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