| Österreich schob sich mit dem Sieg im Teambewerb noch auf Rang eins in der Medaillenwertung. Nur Pärson gelang bei dieser WM die Titelverteidigung.
MICHAEL SMEJKAL berichtet aus Aare Jahrelang galt der ÖSV nicht gerade als Freund des Teambewerbes im alpinen Skisport, doch zum Abschluss der WM wurde dieser erst zum zweiten Mal ausgetragene Bewerb unverhofft doch recht bedeutsam. Denn mit Gold in der elften und letzten WM-Entscheidung setzte sich Österreich noch auf Rang eins der Nationenwertung. Dass Österreichs Team keinen ernsthaften Gegner hat, wenn man den alpinen Teambewerb auch ernst nimmt, das bewiesen Marlies Schild, Michaela Kirchgasser, Renate Götschl sowie die Herren Fritz Strobl, Benjamin Raich und Mario Matt eindrucksvoll: Bei acht Durchgängen gewannen die ÖSV-Läufer vier Mal, erreichten einen zweiten Rang und drei vierte Plätze.
Die Schweden (mit Pärson, Järbyn, Byggmark oder Larsson) holten Rang zwei, mussten zwar am letzten Tag damit die Führung in der Nationenwertung noch abgeben, durften sich aber dennoch als Sieger auf und abseits der Piste fühlen. Dass die Gastgeber danach ausgelassen gefeiert haben, das war ihnen von Herzen zu vergönnen. Die Organisation verlief so unaufgeregt, wie man sich das bei Ski-Großereignissen in Österreich oder der Schweiz nur wünschen könnte. Auch wenn die Stimmung am Anfang - wie auch die Temperaturen - manchmal recht unterkühlt war, so lebten die Schweden am Ende doch ein Sportfest so ganz ohne Gejohle und chauvinistische Ausfälle vor, bei dem selbst der König auf der Tribüne mitgetanzt hat.
Die letzten beiden Goldmedaillen brachten dann auch etwas Balsam für die geschundenen Nerven der ÖSV-Führung. "Wir wollten diesen letzten Bewerb unbedingt gewinnen", meinte Österreichs Alpin-Sportwart Hans Pum, der damit wieder einmal die Vorgaben des Präsidenten Peter Schröcksnadel erfüllt hat. Der hatte sechs bis acht Medaillen gefordert, neun wurden es, drei in jeder Farbe. "Ein Fußballspiel ist auch erst nach 90 Minuten zu Ende, warten wir ab, was noch passiert", meinte Schröcksnadel vor dem großen Finale, das Österreich seit Freitagabend noch zwei Mal Gold durch Matt und im Teambewerb sowie Silber durch Schild eingebracht hat.
In Erinnerung an diese Weltmeisterschaften in Aare werden wohl die Herzlichkeit der Menschen, die teilweise unerträgliche Kälte und das sportliche Detail bleiben, dass es keine WM für die großen Favoriten war. Auf dem Areskutan ist überhaupt nur eine einzige Titelverteidigung gelungen. Die schaffte, auch dies nicht ganz untypisch, die Königin von Aare: Anja Pärson gewann neuerlich Gold im Super-G, und die 25-jährige Schwedin darf in ihrer Heimat jetzt schon einmal die großen Schuhe des Ingemar Stenmark anprobieren.
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