| Die Weltmeisterschaft in Aare ist über dem Berg. Wir ziehen Bilanz und rufen Lichtgestalten und finstere Momente in Erinnerung
AARe (SN). Michael Smejkal und Peter Grubmüller haben am WM-Schlusstag in ihren Notizblocks geblättert und ein paar besondere Eintragungen entdeckt.Vorfahrten Anja Pärson, das Stehaufweibchen: Fünf Mal gestartet, vier Medaillen gewonnen, drei davon in Gold. Die 25-Jährige aus Tärnaby war in diesem Weltcupwinter nicht vom Fleck gekommen, deshalb strich sie einige Rennen und trainierte sich einen Heimvorteil an. Seit Aare ist Anja Pärson die einzige Skifahrerin, die in allen fünf Disziplinen Gold gewonnen hat.Mario Matt, der Kurvengeist: Kein Sieger bremste sich überzeugender ein. Mit 1,81 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten verabschiedete sich der 27-Jährige sechs Jahre nach seinem ersten WM-Titel 2001 auf einem Niveau, das allen anderen zu steil ist.Aksel-Lund Svindal, der Zukunftsforscher: Er ist der Gesamtweltcupsieger der kommenden Jahre. In Aare war der smarte Norweger schnell, wo die Österreicher auf der Bremse standen. Er gewann die Goldmedaille in der Abfahrt und im Riesentorlauf.Sarka Zahrobska und Patrick Staudacher, die Novizen: Die 22-jährige Tschechin und der 26-jährige Südtiroler haben im Weltcup zwar noch nie gewonnen, aber führen jetzt "Weltmeisterin" und "Weltmeister" als Ehrentitel, im Slalom bzw. im Super-G.Organisatoren, die Tausendsassa: Trotz Absagen, Wind und schlechter Sicht kamen die Veranstalter nie ins Schleudern. Die sympathischen Schweden haben sich einen WM-Titel als Gastgeberland verdient.Kälte, die Unbesiegbare: Sie ist Siegerin über Gerät und Mensch. Es war in Aare nur eine Frage der Zeit, bis sie jeden am "Krawattl" hatte, so gut man sich auch vor ihr schützte. Auf Gnade ließ sie sich erst drei Tage vor WM-Ende sein.Die Schweizer, wieder da: In Bormio waren die Schweizer dem ÖSV als Gegner abhanden gekommen, erstmals seit Portillo 1966 hatte dort die ehemalige Alpin-Macht keine Medaille geholt. In Aare gab es in den Einzelbewerben deren fünf.einfädler Hermann Maier, der Ex-Herminator: Als Titelverteidiger im Riesentorlauf gestartet, als 21. in dieser Disziplin angekommen. Mit den Plätzen sieben (Super-G) und 13 (Abfahrt) auch sonst recht irdisch unterwegs.Bode Miller, der Sieger der sechsten Disziplin: Der Fünfkämpfer der WM kam ein Mal nicht ins Ziel (Slalom). Nach Platz sieben in der Abfahrt, sechs in der Superkombi, 15 im Riesentorlauf und 24 im Super-G war der US-Star aber beim "Querfeldein-Tschechern" nicht einzuholen.Schwedens Slalom-Herren, die Verfahrenen: Andre Myhrer, Jens Byggmark und Markus Larsson hatten sich als Favoriten aufgedrängt, zwei davon kamen vom Weg ab, Myhrer wurde 22. Martin Hansson war kein Favorit, aber als Zwölfer bester Schwede.Renate Götschl, die Umgestiegene: Nach Olympia wechselte die Speed-Queen von Salomon zu Atomic. Mit einer Bronzenen im Super-G musste die Saisonbeste zufrieden sein. Pärson gewann auf Salomon Abfahrt und Super-G.Aare-Nörgler, die Widerlegten: Hierher dürfe nie eine Weltmeisterschaft vergeben werden, das Wetter sei immer schlecht, der Ort zu klein und die Infrastruktur eine Katastrophe. Tatsächlich wurde die WM von Bormio 2005 hier links und rechts überholt. Aare stellte das charmanteste Ski-Fest der vergangenen Jahre auf die Beine.Franz Klammer, der Relativitätstheoretiker: "Sinngemäß hab ich es so gesagt, aber ich hab es nicht so gemeint", sagte Klammer am Tag später nach seinem Satz, Hermann Maier habe das Team vernichtet. Ohne Worte.
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