| Österreichs Ski-Damen haben bei der Ski-WM in Aare in jedem Einzelbewerb eine Medaille gemacht und reisen mit einer Goldenen, einer Silbernen und drei Bronzenen aus Aare ab. "Ich sehe uns schon als Gewinner", bilanzierte ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl, "aber die große Gewinnerin ist Anja Pärson." Die Schwedin hat vor dem Teambewerb drei Titel und eine Bronzemedaille gewonnen.
"Mein Wunsch war eine Medaille in jedem Rennen, das haben wir erreicht und wir sind sehr zufrieden", sagte Mandl, für den die positivste Überraschung aus rot-weiß-roter Sicht die Bronzemedaille von Nicole Hosp in der Abfahrt war ("Die war Gold wert"). Gefragt nach dem negativsten Erlebnis, meinte er: "Dass die Renate nicht umgesetzt hat, was dem Saisonverlauf entsprochen und sie sich verdient hätte." Da habe selbst er fast "geplärrt".
Dass es für Marlies Schild, der absoluten Topfavoritin im Slalom, nur zu Silber gereicht hat, tut ihm ebenfalls leid. "Natürlich ist es für sie bitter. Logisch, dass Gold das Ziel war nach dieser Saison, in der sie fast alles gewonnen hat. Aber Silber ist auch sehr wertvoll. Man muss auch die Umstände beachten, es war haarig, dass sie überhaupt starten konnte. Und das Gesetz der Seriensieger erfüllt sich bei einer WM sehr selten."
Vom verlorenen Gold wollte er nichts hören: "Sie hat Silber gewonnen, es ist ja kein Honiglecken und keine g'mahte Wies'n." Die Goldmedaille im Riesentorlauf, die Nicole Hosp gewann, sei jene gewesen, die am meisten angestrebt wurde. "Da war für alle unsere vier Damen alles möglich", so Mandl.
Gold und Silber in den technischen Bewerben lassen Mandl strahlen, in den Speed-Bewerben und in der Kombination (Platz drei durch Schild) habe man sich ein bisschen mehr erwartet als drei Bronzemedaillen. "In der Kombi-Abfahrt haben wir wesentlich schlechter abgeschnitten, als wir es nach der Abfahrt im vorigen Jahr hier beim Weltcup erwarten durften, da hatten wir mehr Hoffnungen."
Die Saison ist noch nicht zu Ende, nach einer kurzen Pause in der Heimat geht es am Donnerstag zu den Weltcuprennen in die Sierra Nevada weiter. "Das Ziel sind alle Einzel-Weltcups. Die große Priorität liegt auf dem Riesentorlauf, der Slalom ist ja schon so gut wie erledigt." Zum Gesamtweltcup, in dem Renate Götschl (1.001 Punkte) vor Marlies Schild (916), Julia Mancuso (USA/903) und Nicole Hosp (859) führt, meinte er: "Schaut auch sehr gut aus." Jetzt sei es wichtig, da die Luft nach WM-Ende etwas draußen sei, noch einmal die Kräfte zu mobilisieren.
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