| Janica Kostelic, Anja Pärson, Sarka Zahrobska - sie alle haben gemeinsam, bei Ski-Weltmeisterschaften bereits WM-Gold gewonnen zu haben, und sie alle werden von ihrem Vater trainiert und gecoacht. Die Erfolgsgeschichten und familiären Verhältnisse der Kroatin und der Schwedin sind hinlänglich bekannt, jene der Tschechin wurden am Freitag in Aare nach ihrem Titelgewinn erstmals so richtig erzählt.
Papa Petr Zahrobska hat sich sein Wissen aus alten Lehrbüchern erworben, wie er erzählte. Und selbst sei er kein guter Skifahrer: "Ich fürchte mich, wenn es steil und eisig ist."
Ante Kostelic ist auch der Erste gewesen, der Zahrobskas Vater am Freitag telefonisch gratulierte. Die Einzelkämpfer sitzen oft bei einem Bier zusammen und reden oder tauschen sich im direkten Plausch aus, wenn gelegentlich miteinander trainiert wird. Auch mit Anders Pärson hat der Tscheche, früher als Anwalt aktiv, eine gute Gesprächsbasis. "Wie das unter Vätern halt so ist."
Die 22-jährige Zahrobska, die heuer in Zagreb (3.) und Kranjska Gora (2.) ihre ersten Slalom-Podestplätze im Weltcup errang, wusste auch, bei wem sie sich bedanken muss. "Der wichtigste Mensch ist mein Vater. Er hat mich immer begleitet."
Bereits als Zweijährige stand Sarka erstmals auf Skiern, geboren und aufgewachsen ist sie im Riesengebirge. Als sie mit 14 Jahren Siege gegen Alterskolleginnen aus aller Welt einfuhr, erkannte der Vater, dass daraus etwas werden könnte. Und weil es in Tschechien nicht anders ging, nahm er die Sache selbst in die Hand und suchte Trainingsmöglichkeiten im In- und Ausland.
Skiclub Leogang hat er noch immer gute Kontakte, die Tochter hat einige Landescuprennen bestritten. Für Petr Zahrobska ist die Konstellation Trainer/Vater-Athletin/Tochter perfekt: "Ich kenne sie wie niemand sonst. Bei jedem anderen würde ihre Leistung nach unten gehen. Wir sind mit dem Herzen bei der Sache."
Wieviel Geld die Familie Zahrobska bereits in den Aufbau und die Karriere der Skirennläuferin gesteckt hat (2005 war sie auch Slalom-Junioren-Weltmeisterin), oder wie sich dieses erste WM-Gold im Alpinskisport für Tschechien auf die Börse auswirken könnte, dazu sagt der Vater nur so viel: "Wir schauen auf Resultate und nicht auf das Geld."
Schritt für Schritt soll es mit Sarka weiterhin nach oben gehen. "Das war wieder einer", so der Papa. "Wir sind ein kleines Team, nur drei Leute. Das ist genug für ein Mädchen." Ein Arzt und ein Physiotherapeut sind in Aare mit dabei. Und es gibt auch einen Petr Zahrobska Junior, der ebenfalls Skirennläufer ist und schon mit Ivica Kostelic trainieren durfte.
Ist Slalom-Bronze 2005 bei den Weltmeisterschaften in Santa Caterina noch ein große Überraschung gewesen, so hatten in Aare viele die groß gewachsene, dunkelhaarige Athletin auf ihrer Medaillen-Rechnung. "Es war ein neues Gefühl, als Führende in den zweiten Durchgang zu gehen, ich war ein bisschen nervös. Ich wusste, ich muss kämpfen, aber ich kann gewinnen. Das ist ein sehr großer Erfolg für unser Team, für unsere Familie. Einfach unglaublich", so die Tochter. Dazu der Papa: "Nicht unglaublich, harte Arbeit." Das nächste Ziel ist nun, auch im Riesentorlauf zu den Weltbesten zu gehören.
© SN/APA.
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