| Natürlich hat Marlies Schild am Freitagabend im WM-Flutlicht-Slalom von Aare nur ein Ziel gehabt. "Ich wollte Gold. Es ist Silber geworden. Ich denke, ich bin glücklich damit." Die 25-Jährige aus Saalfelden hat nun bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sechs Medaillen gewonnen, drei in Silber und drei in Bronze.
Nein, sie wolle dieses Edelmetall nicht für eine Goldene eintauschen: "Ich habe mir alle erkämpft. Ich hab ja noch ein paar Jahre vor mir. Und einmal wird Gold für mich da sein."
Die Hüftschmerzen nach dem Sturz im Riesentorlauf haben Schild mehr zu schaffen gemacht, als sie am Vortag des Slaloms zugeben wollte. Nach der Medaillenentscheidung gab es dann keinen Grund zur Zurückhaltung mehr: "Das war nicht mein bestes Skifahren heute, aber das war das Beste, das ich geben konnte. Ich war bereit zu kämpfen. Der erste Durchgang war eine Zitterpartie."
Das Training am Donnerstag, in dem "nichts ging", habe sie aus der "Bahn" geworfen und "angezipft". Mit Injektionen wurde die Kombinations-Dritte deshalb fit gespritzt: "Ich wollte kein Risiko eingehen, ich wollte das Problem im Kopf wegschalten."
Zum Teil ist das gelungen ("Es war wirklich okay, wir haben das für heute gut hinbekommen"), denn es ging sich noch ein Stockerlplatz aus. "Es hätte auch Bronze werden können oder keine Medaille. Ich habe heute auch Glück gehabt." 11/100 fehlten ihr auf die tschechische Weltmeisterin Sarka Zahrobska. "Das ist egal. Schon eine wäre zu viel gewesen."
Die Slalom-Dominatorin der Saison, die fünf von sechs Weltcups gewonnen hat, darf aber auf eine "exzellente" Saison verweisen. Das nächste Ziel sei nun der Gewinn der kleinen Kristall-Kugel für den Slalom-Weltcup, den sie sich bereits in der Sierra Nevada abholen kann. Im Rennen um den Gesamtweltcup liegt sie ebenfalls gut: "Das wäre natürlich sehr schön, es sind aber noch viele Rennen, da muss viel zusammenpassen." Für die letzten Weltcup-Stationen nach dem langen Winter heißt es noch einmal, die Motivation wiederzufinden. "Die Saison ist lang, man merkt schon, wie jetzt die Ausspannung von der WM abfällt."
Marlies Schild wird aber auch für Aare noch Kraftreserven auspacken und im Teambewerb am Sonntag an den Start gehen. Österreich ist neben Schweden zu favorisieren. "Wenn ich sagen würde, eine Goldmedaille wäre für mich gleich bedeutend mit dem Slalom-Titel, dann wäre das nicht die Wahrheit. Aber es wäre schön, Gold zu gewinnen, ich glaube, das wird auch sehr schwierig." Am Samstag stand Ausspannen auf dem Programm. "Und das Herrenrennen anschauen." Freund Benjamin Raich wartete ja vor diesem Bewerb ebenfalls noch auf Gold in Mittelschweden.
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