| Der ÖSV will sich noch Zeit lassen mit der Analyse der jüngsten Niederlagen, die SN stellen jetzt schon fünf Fragen zum Abschneiden bei der WM in Aare.
Michael Smejkal berichtet aus Aare ÖSV-Cheftrainer Toni Giger will "keine Schnellschüsse abgeben" und in Ruhe analysieren, ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel will sich erst nach der WM äußern, Konsequenzen werden aber schon jetzt ausgeschlossen. So stärkte der Präsident seinem Sportwart Hans Pum und Herren-Cheftrainer Toni Giger in Aare demonstrativ den Rücken. Giger: "Wir halten auch in schwierigen Zeiten zusammen."ANALYSE Das ist schön, dennoch erlauben wir uns fünf Fragen zu stellen: War die Vorbereitung wirklich optimal? Der ÖSV rühmt sich seit Jahren, dass er auch in der Vorbereitung nichts dem Zufall überlässt. In diesem Jahr galt der Schnee von Schweden als die große Unbekannte, die man in den Griff zu bekommen hatte. Tat der ÖSV alles dafür? Als etwa die Herren-Abfahrt von Kitzbühel ausfiel, da übersiedelten Schweden, Finnen und Kanadier zum Training nach Vemdalen, südlich von Aare, die Österreicher blieben in der Heimat. Auf dem Schnee von Aare wurden just die Kanadier zur Überraschung. Zur Erinnerung noch einmal das Ergebnis: 2. Hudec, 3. Järbyn, 4. Guay, 9. Osborne-Paradis. Was lief seit Robert Trenkwalder? Er war nicht immer gut gelitten in der Trainercrew, doch die meisten Abfahrer liebten den kantigen Tiroler Coach, der jetzt Eishockey-Bullen Flügel verleiht. Unter dem einstigen Abfahrtscoach Robert Trenkwalder regnete es von 1999 bis 2004 in den schnellen Disziplinen Medaillen. Was war seit seinem Abgang? Bormio 2005: Abfahrt und Super-G an Miller; Turin 2006: Abfahrt: Deneriaz, Super-G: Aamodt; Aare 2007: Abfahrt: Svindal, Super-G: Staudacher. Woher kommt die Riesentorlauf-Schwäche? Seit Jahr und Tag predigen Skitrainer: Der Riesentorlauf-Schwung ist die entscheidende alpine Grundtechnik. Fehlt es im Riesentorlauf an der Technik, wirkt sich das über kurz oder lang auf alle Disziplinen aus. "Wir können im Riesentorlauf nicht alles falsch gemacht haben, denn Raich ist in der Weltspitze", kontert Giger. Allerdings: Technik trainiert Raich sehr oft mit seinem Vater Alois im Pitztal, der Rest der ÖSV-Läufer hat sich aus der Weltspitze verabschiedet. War der Aufstellungsmodus glücklich? Es ist eine Besonderheit in Österreich, die fast so alt wie die Ski-WM an sich ist: Neun Abfahrer kämpfen um vier Plätze, da sind Frustrationen unvermeidbar. Daher haben Giger und sein Trainerteam einen Modus erarbeitet, wie dies anders laufen könnte. Grundsätzlich eine tolle Idee - aber lief es heuer wirklich besser? Walchhofer markierte zwei Laufbestzeiten und wurde für den Super-G aussortiert, Gruber stellte Trainingsbestzeit und wurde danach nicht nominiert.
Stattdessen musste er noch vom Präsidenten einen gnadenlosen Tiefschlag ("Er hat immer alles vermasselt, sonst würde er fahren") einstecken. ÖSV-Teampsychologe Thomas Wörz: "Ein Wahnsinn, das hat intern für viel Unruhe gesorgt." Hat man sich von den äußeren Umständen wirklich abschotten können? Flaches Licht, schlechte Startnummern, ungeliebte 30er-Regel, plötzlich auftauchender Wind, stumpfer Schnee. Im österreichischen Team wusste man schon frühzeitig, was in Aare alles schief gehen kann und in kaum einer Pressekonferenz fehlte die Bemerkung: "Ich hoffe zumindest auf ein faires Rennen." Die Möglichkeit, dass die äußeren Umstände auch einmal einem ÖSV-Läufer zugute kommen könnten, schien undenkbar.
Und wir fragen uns: Wie war in Aare eigentlich das Licht für die Schweizer?
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