| Trotz seiner 1,95 Meter Größe und 100 Kilogramm Körpergewicht stapft der Norweger Aksel Lund Svindal in Aare äußerst leichtfüßig in den Fußspuren seines Landsmannes Stein Eriksen, der 1954 bei der Ski-WM in Aare drei Goldmedaillen gewonnen hat. Der 24-jährige Modellathlet ist bereits zweifacher Titelträger bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Aare.
Nach dem Triumph in Abfahrt und Riesentorlauf zählt Svindal im Slalom aber bestenfalls zu den (gefährlichen) Außenseitern.Als bestes Karriereresultat hat der Mann aus Kjeller im Torlauf einen sechsten Platz im März 2006 in Shigakogen zu Buche stehen. Danach war er im Rahmen des Weltcup-Finales in Aare Siebenter geworden.
In diesem Winter hat er keinen Top-Ten-Platz erreicht. Eines steht zudem fest, Svindal wird seine Vorbereitung auf den Slalom anders angehen als jene nach dem Abfahrtserfolg für den Riesentorlauf: "Da hab ich am Abend gefeiert und war am nächsten Morgen trainieren. Übermüdet. Ich habe den Trainern gesagt, das mache ich nie wieder, das mit dem Trainieren am nächsten Morgen."
Gold in der Abfahrt hat viel Druck von den starken Schultern des Norwegers genommen. "So konnte ich relativ relaxt in den Riesentorlauf gehen", sagte er nach dem am Mittwoch fixierten Double. "Nach dem ersten Durchgang war ich im oberen Teil zu langsam, aber die Zeit war trotzdem sehr gut. Also habe ich gewusst, was ich im zweiten Durchgang tun muss."
Die beiden Goldmedaillen zählen für ihn gleich viel. "Die erste war von den Emotionen her natürlich etwas Besonderes, aber die zweite habe ich im Riesentorlauf gewonnen, und das ist meine Disziplin, in der wollte ich glänzen."
Der Gesamt-Weltcupzweite des Vorjahres und aktuelle Leader schickt sich an, die Erfolgsstory des norwegischen Alpinsports fortzusetzen, die so viele Jahre von den Allroundern Kjetil-Andre Aamodt und Lasse Kjus geschrieben wurde. "Der Gesamtweltcup ist das wichtigste, das man erreichen kann", ist der Gewinner von zwei Weltcup-Bewerben in diesem Winter (Kombination Beaver Creek, Riesentorlauf Hinterstoder) überzeugt. Auf dem Schnee in Aare fühlt sich der Skandinavier, der 2002 bei den Junioren-Weltmeisterschaften die Goldmedaille in der Kombination gewonnen hat, wohl. Er wollte aber auch angemerkt wissen: "Es ist nicht so wichtig, wo du bist, sondern wie stark du bist."
Mit Blick auf die österreichischen Ski-Herren meinte Svindal: "Sie haben so lange dominiert, man kann nicht immer erwarten, dass es so weiter geht, denn die anderen Nationen arbeiten auch gut." Zum Debakel im Riesentorlauf meinte er: "Man sieht im österreichischen Riesentorlauf-Team immer die gleichen Leute, die bei den Besten mit dabei sind. Ich weiß nicht, wie die das im Training machen. Aber man sieht keine jungen Österreicher mit hohen Startnummern, die ihnen in den Hintern treten."
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