| Riesentorlauf-Weltmeisterin Nicole Hosp ist am Dienstag "nur glücklich" gewesen. Mit dem Gewinn der Goldmedaille bei der Alpinen Ski-WM in Aare hat sich ein großer Traum der Tirolerin erfüllt. "Heute war mein Tag, heute war die Zeit für Gold", sagte die 23-Jährige, die dafür gesorgt hat, dass nach elf WM-Einzelrennen der Damen die Siegerin nicht Anja Pärson (SWE) oder Janica Kostelic (CRO) hieß.
"Es ist schön, dass ich die Eine bin", meinte die nun fünffache WM-Medaillengewinnerin aus Bichlbach. Sie war froh, dass sie das Finale als Vierte nach dem ersten Durchgang in Angriff nehmen konnte: "Das hat mich nicht so unter Druck gesetzt. Wenn man nach dem ersten Lauf führt, kommt jeder und fragt, wie man es anlegen will", erklärte Hosp, die einen sensationellen zweiten Durchgang auf die Piste am Berg Areskutan hingelegt hatte. "Als ich im Ziel war und den Vorsprung sah, da wusste ich, dass ich heute nicht wieder Vierte werde", berichtete die Super-G-Vierte, Kombinations-Sechste und Abfahrts-Dritte von Aare.
Die zur Halbzeit führende US-Amerikanerin Julia Mancuso hatte Hosp im Riesentorlauf-Finish am ehesten der verbleibenden Konkurrentinnen noch auf der Rechnung, aber schon bei den Zwischenzeiten zeichnete sich ab, dass es das erste Gold für Österreich bei den Weltmeisterschaften in Mittelschweden werden würde. "Da hatte ich schon ein bisschen Zeit, mich darauf vorzubereiten. Ich habe dann noch gewartet, bis Julia im Ziel ist." Weil man ja doch nicht zu früh jubeln will.
Dass Hosp jenes Gold gewann, auf das Österreich schon zuvor sechs WM-Rennen in Aare lang gewartet hatte, machte sie natürlich stolz, so sehr unter Druck gefühlt hat sie sich allerdings nicht. "Wir haben schon gehört, dass bereits ein paar blöde Scherze kursieren, weil die Österreicher hier nichts gewinnen, aber was zu Hause so los ist, davon bekommen wir hier nicht so viel mit."
© SN/APA.
|