| Nach Platz vier zum WM-Auftakt im Super G hat Nicole Hosp in den Armen ihres Papas noch Tränen vergossen, nach Rang sechs in der Super-Kombination, in der ihr nach starker Speed-Leistung ein Innenskifehler im Slalom eine Medaille kostete, war sie zwar "angefressen", aber gefasst. "Besser, als wieder Vierte zu werden." Am Sonntag, bei ihrem dritten Versuch in Aare, klappte es mit Abfahrts-Bronze.
Damit errang Hosp auch bei ihren dritten Welt-Titelkämpfen eine Medaille. "Endlich ist das Glück zurückgekommen", freute sich Hosp. Die 23-jährige Bichlbacher ist die erfolgreichste Allrounderin im starkem ÖSV-Team, sie gilt als die zukünftige Gesamtweltcupsiegerin und hat nie einen Hehl daraus gemacht, was ihr Anliegen ist: "Ein echter Skifahrer muss alles können. Mein Ziel ist die große Kugel." Eine Medaille in der Abfahrt darf nach einem achten Platz als bestes Weltcup-Ergebnis im WM-Winter aber trotzdem als Überraschung angesehen werden.
Am 26. Oktober 2002 zelebrierte Österreich den Nationalfeiertag und das Talent aus dem Außerfern bejubelte im Sölden-Riesentorlauf, ihrem erst achten Karriere-Weltcuprennen, ihren ersten Sieg, dem bisher fünf weitere folgten, dazu 13 zweite und elf dritte Plätze. Von ihren ersten Weltmeisterschaften in St. Moritz 2003 kehrte sie mit Silber in der Kombination und Bronze im Slalom nach Hause zurück.
Am Ende ihrer sensationellen Debüt-Saison war Hosp im März 2003 im Nacht-Riesentorlauf in Aare nach einem Einfädler nur mit Glück einer schweren Knieverletzung entgangen, ihr "Gummiknie" hielt auch im Oktober darauf einen schmerzhaften Überschlag in Sölden aus. Auf der Piste war ihr das Glück hold, beim Joggen hingegen passierte es dann, nach einem im Jänner 2004 erlittenen Knöchelbruch pausierte sie mehrere Monate.
Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Bormio/Santa Caterina musste sich die Bewunderin von Ex-Super-"Elch" Kjetil-Andre Aamodt ("Der war in allen Disziplinen Weltklasse, da will ich auch hin") mit Team-Silber und Platz fünf im Riesentorlauf begnügen.
Mit der Olympiasaison kehrten Form, Konstanz und Selbstvertrauen zurück, bei drei Starts schauten Silber im Slalom, Platz vier im Riesentorlauf und fünf in der Kombination heraus. "Meine Stärke ist die Willenskraft, meine Schwäche die Ungeduld", sagte die Stams-Absolventin einmal und mittlerweile fügte sie ein "Man muss es erwarten können" hinzu.
Am Dreikönigstag 2007 gewann sie den Riesentorlauf in Kranjska Gora, zwischen ihrem zuvor letzten Weltcupsieg im März 2006 in Aare (Super G) und dem jüngsten waren 16 Rennen gelegen, in denen die Tirolerin viermal Zweite, einmal Dritte und zweimal Vierte geworden war. "Aber so lange Warten war es eh nicht. Auf den Sieg in Cortina vergangene Saison habe ich mehr als zwei Jahre gewartet. Ich habe mir auch jetzt keinen Stress gemacht, es gab keinen Grund."
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