| Marlies Schild muss Privates und Beruf nicht trennen, denn auch bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Aare bewohnt sie ein Appartement mit ihrem Freund Benjamin Raich. Das schadet weder seiner noch ihrer Konzentration, denn nach Kombinations-Silber des Pitztalers am Donnerstag hat die 25-jährige Saalfeldnerin am Freitag mit Bronze in der Kombi nachgelegt.
Es ist ihre fünfte Medaille bei einem Großereignis, die dritte bei Weltmeisterschaften. "Ein gelungener Start in die WM", freute sich die Slalom-Dominatorin der laufenden Saison. Die am 31. Mai 1981 in Admont in der Steiermark geborene Skirennläuferin hat im Weltcup bisher 13 Siege zu Buche stehen, elf im Slalom, einen im Riesentorlauf und einen in der Super-Kombination. Beeindruckend dominiert sie das Slalomgeschehen in diesem Winter, von sechs Rennen hat sie fünf für sich entschieden, einmal war sie Dritte. Mit dem Erfolg im Torlauf von Kranjska Gora war sie mit ihrem Freund Benni Raich gleichgezogen, der dann im Schladming-Slalom Triumph Nummer 12 fixierte und wieder alleiniger ÖSV-Rekordler in dieser Disziplin ist.
"Ja, das ist die Form meines Lebens", hatte Schild nach dem Auftritt in Slowenien gemeint. Die perfekte Technikerin kommt in diesem Winter auch in den Speed-Disziplinen verstärkt zum Einsatz. Sie ist alle Super G gefahren, Bestleistung war Platz sechs auf der Reiteralm, zwei von sieben Abfahrten hat sie ausgelassen, aber mit u.a. zwei elften und einem zwölften Rang klopft sie an die Top-Ten bereits an.
Dass die Fortschritte im Speed-Bereich ("Ich steh ja auf die schnellen Disziplinen!") nicht so rasant sind wie zum Beispiel bei einer Nicole Hosp, ist auch in sechs Operationen im linken Knie begründet, die die Salzburgerin schon über sich ergehen hat lassen müssen. Das Multi-Talent, das auch sehr gerne reitet, hat die Leidenschaft zum Skifahren von ihren Skilehrer-Eltern Rosi und Josef übertragen bekommen. Als Vierzehnjährige stellte ihr der Vater für sieben Jahre in Stefan Bürgler einen Privattrainer zur Seite, weil die Tochter auf Grund ihrer Verletzungen "in kein Schema mehr passte."
Ihre erste WM-Medaille gewann die Stams-Maturantin 2003 in St. Moritz, als sie Slalom-Silber holte. Eine erste Belohnung für einen langen Leidensweg. "Vor zwei Jahren wurde ich noch operiert, jetzt hab ich eine Medaille um den Hals - ein Wahnsinn", jubelte sie damals. Im Februar 2004 zog sich Schild bei keiner speziellen Bewegung einen Meniskus-Einriss im linken Knie sowie eine Knorpelschaden zu, die sechste Knie-OP folgte. Nur fünf Wochen danach gewann sie am 13. März 2004 den Slalom in Sestriere und damit ihr erstes Weltcuprennen.
Und so war der Weg für die Sportlerin des SK Dienten frei für weitere Medaillen, denn resigniert hat sie auch in den schlimmsten Tagen nie, auch wenn ihr die vielen Rückschläge stark an die Psyche gingen. Vor zwei Jahren gewann sie bei den Welttitelkämpfen in Santa Caterina in der Kombination Bronze. Von den Olympischen Spielen 2006 kehrte sie mit Kombinations-Silber und Slalom-Bronze nach Hause zurück.
Steckbrief:
Geb.: 31. Mai 1981 in Admont/Steiermark
Wohnort: Saalfelden/Salzburg
Größe/Gewicht: 1,72 m/65 kg
Verein: SK Dienten am Hochkönig/Salzburg
Familienstand: ledig (Freund Benjamin Raich)
Ski: Atomic - Schuhe: Atomic
Beruf: HSZ-Zeitsoldatin
Hobbys: Klettern, Reiten, Lesen, Tauchen
Homepage: http://www.marlies-schild.com
Im ÖSV-Kader seit 1998
Größte Erfolge:
Olympia (2 Medaillen):
WM (3 Medaillen):
2007 Aare
Weltcup:
Europacup:
© SN/APA.
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