| Manchmal wird ein Scherz wider Erwarten zur süßen Realität: Daniel Albrecht hat Benjamin Raich schon in der Gondel prophezeit, dass er sich die Super-Kombination holen wird. "Startnummer 11 wird heute gewinnen, habe ich zu Benni gesagt. Der hat dann erst einmal nur geschaut und gefragt. Und wer hat die 11?" Die 11 hatte der 23-jährige Schweizer, der seine erste Medaille bei Großereignissen holte.
Goldmedaillengewinner Albrecht und sein gleichaltriger Freund und Zimmerkollege Marc Berthod, der hinter Benjamin Raich Bronze holte, kennen einander, seit sie 14 Jahre sind. Sie fahren seitdem gemeinsam Rennen, teilen Hotelzimmer und stacheln sich gegenseitig zu besseren Leistungen an.
"Bis jetzt war der Marc in dieser Saison immer besser. Ich habe hart trainiert und mir gesagt, das kann ich auch hinkriegen, ich kann auch gewinnen. Das ist jetzt wunderschön. Was gibt es für einen besseren Zeitpunkt, zurückzuschlagen, als eine WM", sagte Albrecht. Aber natürlich habe er mit dem Titel nicht gerechnet, nach dem Abfahrtstraining aber gemerkt, das sich etwas ausgehen könne.
Berthod hat im laufenden Weltcupwinter bereits einen Slalomsieg in Adelboden gefeiert und in der Super-Kombination zwei dritte Plätze belegt. Und dabei hat er kräftig abkassiert. Albrecht ist in Aare um die Ehre gefahren. "Ich habe den WM-Titel und er das Geld", hat der Goldmedaillengewinner damit kein Problem.
Erfolglos ist seine Karriere bisher ohnehin nicht verlaufen. 2006 in Turin war er bereits Olympia-Vierter in der Kombination, 2003 bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Brianconnais gewann er Gold in Kombination, Abfahrt und Riesentorlauf sowie Silber im Slalom.
Dass die beiden Schweizer ob ihrer Freundschaft und der Karriere im Gleichschritt - Berthod holte 2003 Junioren-WM-Gold im Slalom und wurde Dritter in der Abfahrt - schon jetzt mit den legendären Norwegern Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus verglichen werden, ist für sie zuviel der Ehre. "Das ist natürlich etwas Großes, mit ihnen in einem Satz genannt zu werden. Aber das werden wir noch sehen, ob wir mit 36, 37 auch noch so dabei sind", sagte Albrecht. Und Berthod gab zu bedenken: "Das ist erst die erste Saison, in der wir im Weltcup mithalten können. Was noch aus uns wird, wird sich zeigen."
Die jetzigen Erfolge - die Eidgenossen führen den Medaillenspiegel in Aare an - seien für die Skination Schweiz sehr wichtig. "Als wir angefangen haben, war es sehr schwierg. Diese Saison macht Hoffnung und gibt Zuversicht für die Zukunft. Es wird einfacher und wir sind nicht mehr so unter Druck", sagte Albrecht. Der Kombinations-Weltmeister verrät aber auch, wer sein Vorbild war: "Von der Technik her der Benjamin Raich. Er ist sensationell. Als er schon gesiegt hat, bin ich noch FIS-Rennen gefahren."
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