| Über die Rad-WM berichteten 1200 Journalisten - Befragte Kollegen sparten nicht mit Lob
SALZBURG (SN-msm, ofb). 1200 Journalisten berichteten am Wochenende von der Rad-WM in Salzburg. Die SN ließen von den internationalen Kollegen zwei Fragen beantworten: Wie professionell wurde die WM abgewickelt und welche Chancen geben Sie der Salzburger Olympiabewerbung.
Hans Jucker berichtet seit 42 Jahren für das Schweizer Fernsehen DRS von allen Rad-Weltmeisterschaften und er stellte fest: "Das war eine der besten Weltmeisterschaften aller Zeiten. Ich wüsste nicht, was man besser machen hätte können." Olympia wünscht der Schweizer den Salzburgern von Herzen - auch aus eigennützigen Gründen "Welcher Sportreporter will schon nach Sotschi?"
Ein wahres Loblied auf Salzburg stimmte Philippe Brunel von der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" an. "Superb, einfach perfekt. In Frankreich und Italien glaubt man, es reicht die Begeisterung für den Radsport aus und die Organisation ist nicht so wichtig." Nur die Strecke fand er nicht so gut: "Ich lese überall, wie schwierig die Strecke sei. Die Strecke war in Wahrheit maßlos überschätzt." Olympia würde auch er in Salzburg gerne sehen. "Salzburg ist eine Stadt der Kultur und des Sports. Wenn das IOC klar sieht, verbindet es das nächste Mal diese zwei Elemente."
Martin Born berichtet für den Schweizer "Tagesanzeiger" über Ski alpin und Radsport. "Nach vielen Weltcup-Rennen in Österreich war mir schon vorher klar, dass in Österreich alles glatt läuft. Aber es ist halt schön, wenn es funktioniert und man bekommt gar nicht mit, wie viel Aufwand dahintersteckt." In Sachen Olympia ist er Realist. "Das hat nichts mit einer guten WM oder der schönen Altstadt zu tun, die Frage ist: Wie agieren Koreas Lobbyisten?"
Laszlo Balassy vom Internet-Dienst des Olympischen Komitees Ungarns (www.mob.hu) besuchte die Rad-WM von vornherein mit dem Gedanken an Olympia in Salzburg. "Ich war schon bei vielen Großereignissen und heuer auch bei Olympia in Turin", schilderte Balassy, "und ich habe mir Salzburg genau angesehen. Ich bin auch zum Königssee zur Bobbahn gefahren. Wenn ich an Turin denke, das waren hundert Kilometer von der Stadt zur Bobbahn. Hier ist sie vor der Haustüre. Und die Art, wie die Rad-WM abgewickelt wurde, die hat mir sehr gefallen. Die Leute waren nett und alles hat geklappt. Ich hoffe sehr, dass Salzburg die Spiele 2014 zugesprochen bekommt."
Aus den Niederlanden berichtete Peter van Leeuwen von der Agentur ANP von der Rad-WM. Seine Eindrücke: "Das Einzige was mir nicht gefallen hat: Die WM-Strecke war nicht selektiv genug für unsere Fahrer aus den Niederlanden. Sie konnten ihre Stärken nicht zeigen. Aber von der Organisation her war wirklich alles vorbildlich. Auch die Arbeitsbedingungen im Pressezentrum. Salzburg wäre sicher eine würdige Olympiastadt.
Seit "vierzig Jahren im Geschäft" ist Petz Lahure vom "Tageblatt" in Luxemburg. Sein Resümee: "Beste Bedingungen, kurze Wege, olympiareif. Einzig zu wenige Übergänge über die Straßen gab es."
© SN/APA.
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