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Rad-WM 2006

"Es ist alles aufgegangen"
26. September 2006 | 11:00

Der Sieger der Rad-WM hieß auch Wolfgang Weiss. Der OK-Chef im Rückblick über die Tage, die Salzburg aus der Sport-Lethargie wachgerüttelt haben.

MICHAEL SMEJKALSALZBURG (SN). Am Tag nach der WM gönnte sich OK-Chef Wolfgang Weiss den ersten Urlaubstag seit fünf Jahren auf seiner Terrasse in Mittersill. Für die SN zog er dennoch ein sehr persönliches Resümee über die Tage, die Salzburg aus der Sport-Lethargie, die man dieser Stadt gerne nachsagt, gerissen haben: "Es ist alles aufgegangen, am Schluss war es vielleicht sogar ein kleiner Hype um die WM."

Selbst der Dopingfall im österreichischen U23-Team und die Eliminierung von drei Fahrern habe die Stimmung nicht zum Kippen gebracht. "Denn der heimische Verband hat sehr offen reagiert und ein gutes Krisenmanagement betrieben. Das hätte auch der ÖSV bei den Spielen in Turin gebraucht. Aber man hat an diesem Detail gesehen, dass nicht alles an einer Veranstaltung immer planbar ist."

Dass man in Salzburg nun vielleicht die Berührungsangst vor Sport-Großveranstaltungen abgelegt hat, freut Weiss am Rande. "Aber ich habe für die Rad-WM gearbeitet und nicht an Olympia gedacht. Wenn das jetzt einen positiven Aspekt auf die Bewerbung hat, dann freut mich das. Vielleicht können jetzt die Salzburger mehr mit Sport und die Österreicher mehr mit Rad anfangen."

Der berührendste Moment der WM sei für ihn am Samstagnachmittag gewesen: Da hat ihn eine ältere Dame am Mirabellplatz aufgehalten und ihm eine Flasche Wein in die Hand gedrückt. "Sie wollte sich bei mir entschuldigen, weil sie in vielen Anrufen beim Bürgerservice gegen die Rad-WM interveniert hatte. Und nun hatte sie das Ereignis völlig in den Bann gezogen."

Weiss, der während der WM-Vorbereitung auch konkret über einen Wechsel zu Red Bull Salzburg als Manager und Wiebach-Nachfolger verhandelt hat, empfahl sich damit für höhere Weihen im Sportgeschäft.

Die Begeisterung um den neuen Weltmeister Paolo Bettini erfasste auch den italienischen Salzburg-Coach Giovanni Trapattoni, der noch zu später Stunde Bettini in dessen Hotel in Bergheim besucht und ihm zum Titel gratuliert hat.

© SN/APA.

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