| 200.000 Fans werden am Wochenende zu den Höhe- punkten der WM erwartet. Die Vorentscheidungen werden in der Ebene fallen, meint Gerrit Glomser.
Salzburg (SN-reich). Trotz Pause herrschte am Freitag Hochbetrieb auf der Strecke der Rad-WM: Schon vor dem auf 15 Uhr zurückverlegten Training jagten einige Teams - darunter die favorisierten Italiener und Spanier - mitten im Frühverkehr über den Kurs. Darüber hinaus wagten sich viele Hobbyradler auf die Strecke, angefeuert von den Bewohnern hunderter in Hallwang abgestellter Campingbusse.
Mit 22,1 Kilometern ist die Schleife, die vom Mirabellplatz über Hallwang und Elixhausen zurück in die Stadt führt, die längste der WM-Geschichte. "Die Strecke ist schwer, aber fair. Sie gehört sicherlich nicht zu den schwersten, ist aber kein flacher Kurs wie der in Zolder (Belgien, Anm.) 2002. In Salzburg ist das mittlere Drittel topografisch sehr anspruchsvoll", sagt SN-Kolumnist Gerrit Glomser.
Der Salzburger Radprofi erwartet, dass die Vorentscheidung in der Ebene fallen wird: Also entweder vor dem Rennerberg kurz nach der Stadtausfahrt in Mayrwies oder nach Elixhausen. Sollte es einer Ausreißergruppe dort gelingen, sich aus dem Staub zu machen, wären die Topfavoriten gezwungen, auf den Anstiegen Gas zu geben, um die Ausreißer einzuholen. Für die Zuschauer heißt das: Zwischen Hallwang und Elixhausen wird es extrem spannend. Entlang der B1 auf dem Rennerberg lässt sich das Rennen exzellent verfolgen, allerdings sollte man hier selbst mit dem Rad anreisen.
Nahezu ideal liegt der Bahnhof Hallwang-Elixhausen für Radfans, die in die Besucherzentren nach Zilling oder Tiefenbach wollen - dort muss man zwar Eintritt bezahlen, allerdings gibt es Imbissstände sowie Leinwände, auf denen man das Rennen verfolgen kann.
Ein toller Standort ist auch entlang des 15-prozentigen Anstiegs von Tiefenbach weg zu finden. Allerdings gibt es hier nur wenig Platz. Gute Aussichtspunkte wird man eher weiter oben auf der Wiese vor Elixhausen finden. "Da ist es sicherlich interessant, weil sich dort das Feld schon ein bisschen aufgeteilt haben wird", sagt Glomser.
Tolle Rennatmosphäre wird im Start-Ziel-Bereich in der Stadt herrschen. Schon bei den Einzelzeitfahren klatschten Hunderte entlang der Rainerstraße die Radsportler auf den letzten Metern ins Ziel ein. Bis auf Höhe Franz-Josef-Straße ist kein Eintritt zu bezahlen.
Die Tribünen am Mirabellplatz sind für Sonntag ausverkauft. "Wer das Event sucht, geht in die Stadt. Wer sich eher für den Rennverlauf interessiert, für den kommt nur der Berg in Frage", sagt Rennprofi Glomser.
Nach den ersten zwei Renntagen konnte OK-Chef Wolfgang Weiss am Freitag eine positive Zwischenbilanz ziehen: "Es klappte fast alles perfekt. Die Stimmung war toll. Dienstag und Mittwoch sahen rund 60.000 Besucher die Rennen - dabei stehen mit den drei Straßenrennen die WM-Höhepunkte noch aus."
© SN/APA.
|