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Gesundheit - aigner

"Freie Radikale" durch Training
21. Dezember 2002

Ich bin 58 Jahre alt (1,84 m, 78 kg) und betreibe seit über 40 Jahren regelmäßig Ausdauersport (Radfahren, Bergsteigen, Skitouren). Trotzdem leide ich auf Grund eines angeborenen Fettstoffwechsel-Defektes an koronarer Herzkrankheit und stehe deshalb unter ärztlicher Kontrolle. Darüber hinaus ist meine Herzrhythmus-Steuerung empfindlich gegen Stör-Einflüsse. Ich habe zwei Mal infolge einer Elektrolyt-Entgleisung gefährliche Rhythmusstörungen gehabt.

Können durch Ausdauersport die "freien Radikale" vermehrt werden, die ja als Risikofaktor für koronare Herzkrankheit gelten?

Und sind folgende, selbst gemischte Drinks bei Ausdauerbelastungen ausreichend? Für Trainingsfahrten unter einer Stunde: Mineralwasser oder Fruchtsaft, gemischt mit etwas Traubenzucker. Zwischen zwei und drei Stunden: Achtprozentige Traubenzuckerlösung in Fruchtsaft oder Mineralwasser (80 Gramm Traubenzucker auf einen Liter Flüssigkeit). Langzeitbelastungen: Zwei verschiedene Drinks - eine Flasche mit einer 15- bis 20-prozentigen Kohlenhydratlösung, eine zweite mit einem Mineraldrink (hohe Kalium- und Natrium-Zugabe, auch Magnesium). J. W.

Bei jeder Muskelaktivität entstehen im Rahmen der Energiegewinnung freie Radikale, und zwar je intensiver die Belastung, umso mehr Radikale. Der Körper hat aber entsprechende Abwehrstrategien, um damit fertig zu werden. Zudem nimmt man über die Nahrung Antioxidantien (vor allem die Vitamine C und E) auf, die freie Radikale neutralisieren. Ausdauersport führt somit zwar zu einer vermehrten Radikalbildung, ist aber ungemein nützlich, um andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Zu Ihren Rhythmusstörungen: Die können allein durch die koronare Herzkrankheit entstehen, sollten jedoch bezüglich ihrer Ursache abgeklärt werden. Wichtig ist, dass der Kalium- und Magnesiumspiegel im Blut nicht unter die Normgrenzen fällt. Die von Ihnen angeführten Getränke eignen sich bei sportlicher Belastung durchaus zum Flüssigkeits- und Mineralstoffersatz sowie zur Kohlenhydratzufuhr während des Sports. Gleiches gilt von den verwendeten, industriell gefertigten und im Sporthandel erhältlichen Trinkpulvern.

Ich weiß zwar, dass ich zu schwer bin (190 cm, 105 kg), trotzdem bin ich bis jetzt (44 Jahre alt ) gerne und viel gelaufen. Seit drei Monaten machen mir beide Achillessehnen zu schaffen. Mein Hausarzt hat mich mit entzündungshemmenden Medikamenten und Strom behandelt, was gut angeschlagen hat. Weiters hat er mir empfohlen, vom Laufen auf das Fahrrad umzusteigen. Vor kurzem bin ich das erste Mal wieder im Niedrigpulsbereich gelaufen, sofort waren die Schmerzen wieder da. Bin ich zu ungeduldig oder haben Sie eine Hilfe für mich? E. M.

Bei Ihrem Gewicht ist es wichtig, besonders auf Schuhe mit bester Dämpfung zu achten. Gegen Achillessehnenbeschwerden hilft häufig auch ausgiebiges Dehnen - allerdings nur bis zur Schmerzgrenze. Nützen könnte auch, eventuelle Muskeldisbalancen auszugleichen. Trainieren Sie nicht auf Asphalt, sondern suchen Sie Wald- und Wiesenwege. Und natürlich: Geringeres Körpergewicht entlastet ebenfalls die Achillessehnen. Aufs Rad umzusteigen, ist aber auch eine gute Möglichkeit.

Ich bin 43 Jahre alt und leide seit einigen Monaten an einem ständigen Stechen in der Leistengegend. Bis zuletzt habe ich Karate wettkampfmä-ßig betrieben. Eine genauere Untersuchung ergabe eine Coxarthrose im 1. Grad und einen Gelenkserguss. Der Orthopäde empfahl mir, vorerst keinen Hallensport zu machen und nicht zu laufen. Ich mache seit September nur noch leichte Gymnastik für die Hüfte, an Sport ist kaum noch zu denken. Was könnte ich noch machen? J. R.

Hüftgelenksarthrose im 1. Grad bedeutet, dass die Abnutzung noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Sportarten mit abrupten Bewegungen, Sprünge oder Buckelpistenfahren im Winter sollten Sie meiden. Wenn Sie derzeit nicht laufen können, versuchen Sie es zum Beispiel mit Training auf einem Ergometer oder mit Schwimmen (Kraulen) bzw. auch Aquajogging. Dabei müssen ihre Hüftgelenke nicht das Körpergewicht tragen. Im Winter könnten Sie es zum Beispiel auch mit Skilanglauf versuchen (klassische Technik). Grundsätzlich ist aber Bewegung auch bei Gelenksschäden wichtig, weil dadurch die Knorpel effizienter mit Nährstoffen versorgt werden. Die Arthrose wird dadurch allerdings nicht besser, man kann sie nicht wegtrainieren, wohl aber eine Linderung der Beschwerden bewirken.

© SN.

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