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Ich bin 36 Jahre alt und habe folgendes Problem: Da ich immer einen hohen Ruhepuls hatte (90 bis 120 Schlä-ge pro Minute), begab ich mich zu meiner Kardiologin. Organisch wurde alles abgeklärt (EKG, Echo, Schilddrü-se), alles ist in Ordnung. Da ich auch noch unter Depressionen leide und ich mich dann bei hohem Puls auch ängstige, meinte sie, das sei mein vegetatives Nervensystem. Als Therapie schlug sie vor, keine Betablocker einzusetzen, sondern mit dem Laufen zu beginnen. Das würde nach einigen Monaten den Ruhepuls senken. Stimmt das? Mich beängstigt jetzt noch, dass auch mein Belastungspuls ziemlich hoch ist - rund 160 Schläge, da laufe ich aber noch langsam. Man liest immer, 130 Pulsschläge wären ideal. Da müsste ich ja gehen. Ansonsten macht mir das Joggen Spaß. Kann ich so weitermachen? Hilft das Joggen auch gegen Depressionen? S. L. Es dürfte sich bei Ihnen tatsächlich um eine so genannte sympathikotone Kreislaufstörung handeln und dagegen hilft Ausdauersport tatsächlich. Mit zunehmendem Trainings- und Leistungsniveau wird der Ruhepuls sinken. Meistens braucht man in der Anfangsphase aber doch Betablocker, weil der Puls sonst zu stark ansteigt. Grundsätzlich sind Sie aber auf dem richtigen Weg, das Joggen wirkt sich regulierend auf das vegetative Nervensystem aus. Was Ihren Belastungspuls betrifft, sind die sonst üblichen Pulswerte wegen der bei Ihnen überhöhten Herzfrequenz nicht verwertbar. Es wäre daher eine genaue Leistungsdiagnostik bei einem Sportmediziner angezeigt, damit die für Sie sinnvollen Pulsbereiche für das Training festgelegt werden können. Tatsächlich wirkt Ausdauertraining auch gegen milde depressive Verstimmungszustände, weswegen es bei dieser Erkrankung immer mehr als Zusatztherapie neben den notwendigen medikamentösen Maßnahmen eingesetzt wird. Schon seit längerer Zeit bewegt sich meine Wadenmuskulatur im Ruhezustand ständig. Die Muskulatur zuckt, ohne dass ich sie anspanne. Das Phä-nomen macht eigentlich keine Probleme, außer dass ich in der Nacht gelegentlich Wadenkrämpfe bekomme. Was kann hinter diesem Zucken der Wadenmuskeln stecken? Ich habe früher Leistungssport gemacht, bin nun 45 Jahre alt und mache nur noch Gesundheitssport. F. P. Muskelkrämpfe können unter anderem durch einen zu niedrigen Kalziumspiegel im Blut ausgelöst werden, aber auch durch eine Reihe von Nerven- und Muskelerkrankungen. Ich empfehlen Ihnen einen Neurologen aufzusuchen, um der Ursache des Muskelzuckens mit verschiedenen Messungen, wie Elektromyogramm etc., genau auf den Grund gehen zu können. Ich habe vor kurzem begonnen, alle zwei bis drei Tage rund 7,5 Kilometer in rund 50 Minuten zu laufen, um wieder ins Training zu kommen und Kraft zu entwickeln - besonders fürs Voltigieren. Mein Ziel ist es, Tempo und Streckenlänge zu steigern, vor allem aber möglichst täglich zu laufen. Mir wurde geraten, nicht täglich zu sporteln, da sich nur so die Muskeln gut regenerieren können. Sie haben aber in den SN das Gegenteil geraten. Was ist nun wirklich empfehlenswert? Ich bin 21 Jahre alt. J. T. Große internationale Studien, unter anderem von der amerikanischen Gesellschaft für Sportmedizin, haben gezeigt, dass tägliche Bewegung wichtig ist. Man muss grundsätzlich zwischen Spitzen- und Gesundheitssport unterscheiden. Hochleistungssportler trainieren auch im hochintensiven Belastungsbereich. Werden solche Trainingseinheiten in zu rascher Folge gesetzt, können die Zuckerspeicher in Muskeln und Leber nicht wieder rasch genug gefüllt werden. Statt zu einer Leistungsverbesserung kann es dadurch zu einem Leistungsabfall kommen. Spitzenathleten pausieren aber auch nicht, sondern legen ein, zwei Tage mit niedrigerer Belastungsintensität ein. Der Gesundheitssportler trainiert überwiegend im so genannten Grundlagen- und Regenerationsbereich. Das heißt, der Anteil des Fettstoffwechsels ist dabei sehr hoch, die Zuckerspeicher werden bei einer Belastungsdauer von einer halben bis zu einer Stunde keineswegs geleert. Die Gefahr einer Glykogenverarmung ist dadurch kaum gegeben. Außerdem werden die Eiweißstrukturen der Muskelzelle nicht so stark beansprucht wie beim Hochleistungstraining. Daher spricht bei Freizeitsportlern nichts gegen tägliches Training.
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