|
Ich will einen Pilgerweg mit rund 800 Kilometern Länge in mediterranem Klima gehen. Tagesetappen mit mindestens 22 Kilometern. Ich bin 67 Jahre alt. Welchen Trainingsplan soll ich mir jetzt zurechtlegen? Mit welcher Herzfrequenz soll ich trainieren?P. B. Alfred Aigner: Auch in einem etwas fortgeschritteneren Alter kann man so ausgedehnte Wanderungen, wie von Ihnen geplant, bewältigen. Die möglichen Probleme liegen bei dieser Distanz weniger im Herz-Kreislauf-System als vielmehr in den "Gehwerkzeugen". Dazu zählen vor allem die Blasenbildungen, Gelenksbeschwerden und Sehnenreizungen. Gut eingegangenes Schuhwerk, die richtigen Socken und eine entsprechend sortierte Reiseapotheke sind deshalb besonders wichtig.
Was etwa den Jakobsweg betrifft, gibt es in Büchereien sehr gute Literatur mit ausführlichen Erfahrungsberichten. Besonders wertvoll wäre es, wenn man im Bekanntenkreis jemanden hätte, der auf einem Weitwanderweg unterwegs war, und dessen Erfahrungen man sich zu Nutze machen könnte.
Auch wenn Sie keine Herz-Kreislauf-Beschwerden haben, ist in Ihrem Alter sicherheitshalber rechtzeitig vor Antritt des Pilgerweges ein sportmedizinischer Belastungstest dringend anzuraten. Frei sein von Beschwerden bedeutet nicht unbedingt, dass keine Störungen vorliegen.
Um die für Ihr Vorhaben nötige Langzeit-Ausdauerfähigkeit zu verbessern, reicht es, längere Strecken mit nur sehr moderater Intensität zu bewältigen. Versuchen Sie jedoch in der Vorbereitung häufiger als ein Mal pro Woche zu trainieren. Variieren Sie die Streckenlänge von etwa 10 bis 15 Kilometern bis auf die geplanten 22 Kilometer.Sportmediziner Alfred Aigner beantwortet die Fragen von Gesundheits- und Hobbysportlern. Mit E-Mail: medizin@salzburg.com
© SN/APA.
|