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SN-PRAXIS
LESER FRAGEN
CLEMENS MENAPACE Orthopäde in Hallein und Leiter d. Departements f. Orthopädie u. endoskopische Gelenkschirurgie am Diakonissenkrankenhaus Salzburg
Ich bin 69 Jahre alt und leide seit etwa 30 Jahren an einer Arthrose im rechten Sprunggelenk. Mir wurde geraten, das Gelenk versteifen zu lassen. Nun habe ich aber auch gelesen, dass es möglich ist, Gelenksknorpel zu züchten. Käme so etwas auch für mein Sprunggelenk in Frage? Margarete M.
Die Transplantation von Knorpelgewebe wird erst seit wenigen Jahren durchgeführt. Es gibt daher noch keine umfangreicheren Erfahrungswerte im Sinne von Langzeitergebnissen. Dort, wo die Methode eingesetzt wurde, erzielte man aber, so weit man das nach so kurzer Zeit sagen kann, ganz gute Erfolge. Leider sind derzeit Knorpeltransplantationen nur bei sehr begrenzten Knorpelschäden zielführend. Also etwa nach Sportverletzungen, die Knorpeldefekte, wie etwa kleine Ausrisse, zur Folge haben. Während der Arthroskopie wird dabei eine Knorpelprobe entnommen, innerhalb von ein paar Wochen gezüchtet und dann implantiert.
SN: Kommt eine Knorpeltransplantation auch im Fall einer Arthrose in Frage?
Nein, die Möglichkeiten und vor allem die Chancen, hier dauerhaft einen Erfolg zu erzielen, sind noch sehr begrenzt. Man muss bedenken, dass es sich bei einer Arthrose um ein großflächige Abnützung der Knorpel im Gelenk handelt. Vor allem gibt es aber bisher kaum Erfahrungen mit Knorpeltransplantationen am Sprunggelenk. Deshalb sind Transplantationen in diesem Bereich von der amerikanischen Food and Drug Administration noch nicht freigegeben worden.
SN: Was ist dann bei einer Sprunggelenksarthrose ratsam?
Eine operative Versteifung des Gelenkes, wie von der Dame angesprochen, ist bei einer schweren Sprunggelenksarthrose ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Die künstliche Versteifung nimmt die Schmerzen. Zudem kann man nach der Operation mit einer entsprechenden Schuhzurichtung in Form einer Abrollhilfe das Gangbild fast normalisieren. Nach künstlichen Hüft- und Kniegelenken, deren Einsatz heute schon Routine ist und die ausgezeichnet funktionieren, gibt es mittlerweile auch künstliche Sprunggelenke. Fragen Sie hier Fachärzte, was Sie immer schon wissen wollten und Ihnen noch kein Arzt hinreichend beantwortet hat. Wir holen die Antworten ein. Fragen bitte an: Salzburger Nachrichten, Karolingerstraße 40, 5021 Salzburg Fax: 0662/83 73-399 E-Mail: cvd@salzburg.com Stichwort Medizin
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