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Die Gelenke können durch Wanderstöcke beim Bergabgehen sogar stärker belastet werden
GABRIELA RAMPL INNSBRUCK (SN).
Bergstöcke entlasten beim Abwärtsgehen den Körper - so die herkömmliche Meinung. Bewegungsapparat und Gelenke werden in der Praxis jedoch sogar stärker belastet. Dies zeigt eine Studie, die Christian Haid vom Biomechanischen Labor der Innsbrucker Universitätsklinik für Orthopädie und Arnold Koller vom Institut für Sport und Kreislaufmedizin der Universität Innsbruck durchgeführt haben. "Ein Wanderer, der auf einem mäßig abfallenden Weg geht und dabei einen Bergstock verwendet, entlastet seinen Bewegungsapparat nicht. Dieses Ergebnis unserer Studie ist überraschend. Es steht der öffentlichen Meinung entgegen", erklären die beiden Experten. Sie haben für die Studie Alpinisten untersucht, die jährlich zwischen 10 und 30 Bergtouren unternehmen. Diese mussten als "Versuchs-Wanderer" im Biomechanischen Labor auf einem Laufband abwärts gehen. Bei dem Laufband wurde ein Gefälle von bis zu 20 Prozent eingestellt. Dies entspricht einem mäßig abfallenden Wanderweg. Die Geschwindigkeit entsprach dabei einem gemächlichen Abwärtsgehen bei einem Wanderausflug. Die Forschungsarbeit "Über Stock und Stein" zeigte zwar, dass Bergstöcke auf Wegen mit mittlerem Gefälle - zum Beispiel auf einem durchschnittlichen Forstweg - eine schonende Wirkung auf den Körper haben können. Aber: "Stö-cke scheinen Bergsteiger und Wanderer dazu zu verleiten, größere Schritte zu machen und dadurch den Kniewinkel zu vergrößern. Die Gelenke, der Bewegungsapparat werden dadurch stärker belastet", erklärt Koller. Auf solchen Wegen sollten daher keine Wanderstöcke verwendet werden. Für Alpinisten haben die beiden Wissenschafter folgenden Rat: Wanderstöcke sollten nur in schwierigem bzw. steilem Gelände verwendet werden. Zum Abwärtsgehen sollten Wanderer in jedem Fall auch ohne Stöcke eine muskelgeführte, federnde Abwärts-Gehtechnik erlernen. Habe jemand jedoch Gelenksprobleme oder müsse einen schweren Rucksack tragen, sei der Wanderstock allerdings unverzichtbar.
© SN.
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