US-Wissenschafter: Die gefährlichen Bakterien überleben auf Kunstfasern länger als auf Baumwolle
Gefährliche Bakterien können auf Stoffen in Krankenhäusern monatelang überleben.
Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Nr. 2227, S. 5) vom Samstag. Auch die gefürchteten, gegen viele Antibiotika resistenten Keime, die in Krankenhäusern immer wieder zu Infektionen und Todesopfern führen, könnten durch Baumwollkleidung, Handtücher oder Trennvorhänge übertragen werden. Mangelnde Hygiene der Hände sei zwar immer noch die Hauptursache für Infektionen im Krankenhaus, berichtet der "New Scientist". Die neue Studie zeige aber, dass sich Keime auf nicht gesäuberten Flächen lange halten könnten. Alice Neely und Maley, Ärzte eines Kinderkrankenhauses in Cincinnati (USA), hatten untersucht, wie lange 22 Stämme von Bakterien auf reiner Baumwolle, Flanell, einem Baumwolle-Polyester-Mischgewebe, reinem Polyester und Polyethylen überleben. Darunter waren auch in Krankenhäusern gefürchtete "Superkeime" wie ein Antibiotikumresistenter Stamm des Bakteriums Staphylococcus aureus. Diese Bakterien können insbesondere bei immungeschwächten Patienten schwere Infektionen in vielen Körperteilen auslösen. Die Ärzte fanden, dass Staphylokokken sich auf Polyester, das in Krankenhäusern häufig für Trennvorhänge benutzt wird, bis zu sieben Wochen halten können. Auch auf Polyethylen, das für Schürzen Verwendung findet, überlebten die Keime zwischen drei Wochen und drei Monaten. "Die meisten Bakterien in der Studie hielten sich auf den Kunstfasern länger als auf Baumwolle", berichten die Forscher. In Deutschland könnten mit besserer Hygiene bis zur Hälfte der jährlich 800.000 Klinik-Infektionen verhindert werden. Diese Zahl hatte die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene am Donnerstag genannt. Damit könnten bundesweit fünf Milliarden Mark, umgerechnet 35 Milliarden Schilling, im Jahr eingespart werden. Durch die Infektionen verlängere sich ein Klinikaufenthalt um durchschnittlich zehn Tage.
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