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Gesundheit - Medikamente
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Billige Arzneien für arme Länder
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26. November 2001 | 10:00
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Arme Länder sollen leichter teure Medikamente, etwa im Kampf gegen Aids, erhalten. Patentschutz soll aufgeweicht werden, plant die WTO.
Der Patentschutz eines Medikamentes soll künftig immer dann aufgehoben werden, wenn es die "öffentliche Gesundheit" eines armen Landes verlangt. Dann können dort auch so genannte Generika, das sind Kopien des Ursprungsmedikamentes, verwendet werden, ohne dabei den Patentschutz zu verletzen. Auf diesen Kompromiss sollen sich die Staaten der Welthandelsorganisation bei der WTO-Ministerkonferenz in Doha in der Nacht auf Montag geeinigt haben. Im Wesentlichen wird diese Erleichterung für die teuren Aids-Kombinationstherapien gelten. Eine solche fordern schon seit Jahren die armen Länder und geraten wegen illegaler Verteilung von Generika in ihrem Land auch immer wieder in Konflikt mit den Konzernen bzw. wurden bereits mehrfach beim WTO-Schiedsgericht verklagt. Hintergrund: Kombi-Therapeutika gegen die besonders in afrikanischen Ländern stark verbreitete Immunschwächeerkrankung Aids kosten pro Monat zwischen 10.000 und 15.000 Schilling, sind also für Menschen in ärmeren Ländern ohne Sozialnetz unerschwinglich. In dem von einer Arbeitsgruppe der WTO-Minister gefundenen Kompromiss heißt es, das WTO-Urheberrechtsabkommen TRIPS (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights = Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums, Anm.) solle die Mitgliedstaaten der Organisation nicht daran hindern, "Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit zu ergreifen". TRIPS solle so interpretiert und angewendet werden, dass "der Zugang zu Arzneimitteln für alle gesichert" sei. Die Einigung bei den Medikamenten gehe in Richtung der von den Entwicklungsländern geforderten Lösung, kommentierte das Papier der Experte der Weltgesundheitsorganisation WHO, German Velasquez. Für die oft mit Millionenaufwand entwickelten Arzneien hätten die Pharmakonzerne 20 Jahre lange Patente. Dadurch sei bisher die Fertigung von Generika behindert worden. "Das ist natürlich ein großer Durchbruch, aber eigentlich auch keine Lösung für das Aids-Problem", erklärt dazu Claudia Kuderna, Geschäftsführerin der Wiener Aids-Hilfe. Der WTO-Kompromiss behandle quasi ein Symptom, nämlich Aids, aber nicht die sozialen Umstände, warum Aids überhaupt auftrete, sagt die Expertin. Erschwerend komme hinzu, dass die Aids-Kombi-Therapie schwierig anzuwenden sei, da Ernährungspläne und genaue Zeitabläufe eingehalten werden müssten. Voraussetzungen dafür seien in Entwicklungsländern oft nicht gegeben.
© SN.
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