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Gesundheit - Medikamente
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Baldrian macht süchtig
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12. November 2001 | 10:00
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Gefährlich: Langer Gebrauch in hohen Dosen
Baldrian als Alternative zu synthetischen Medikamenten gegen Nervosität und Einschlafprobleme kann körperliche Abhängigkeit und Entzugserscheinungen auslösen, wie die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde berichtet. Gefährdet seien vor allem Patienten mit Angsterkrankungen, die über einen längeren Zeitraum Baldrian in hohen Dosen einnähmen. Die beruhigenden Substanzen des Baldrians sind ätherische Öle und der Wirkstoff Valepotriat. Wie das pflanzliche Heilmittel im Einzelnen auf das Nervensystem wirkt, ist den Psychiatern zufolge bisher noch nicht eindeutig geklärt. Gleichwohl hätten sich die Extrakte bei zeitweiligen Unruhezuständen, Prüfungsstress oder vorübergehenden Einschlafstörungen bewährt. Doch immer öfter greifen nach Angaben der Fachgesellschaft auch Menschen mit chronischen Angsterkrankungen zu Baldrian. Sie versuchten sich auf diese Weise selbst zu behandeln, weil sie den Gang zum Nervenarzt scheuten. "Das kann fatale Folgen haben, denn diese Menschen nehmen immer höhere Dosen, um überhaupt noch eine Wirkung zu verspüren", warnt der Leitende Psychiatrie-Oberarzt an den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen, Wimar Lemmer. Manche Patienten nehmen nach seinen Angaben bis zu 200 Baldrianperlen am Tag oder verbrauchen täglich mehrere Dutzend Teebeutel, ohne dass sich die Krankheit dauerhaft bessert. Wenn Baldrian dann abgesetzt werden müsse, litten die Patienten unter starker Unruhe, Schwindelanfällen, Schweißausbrüchen, erhöhtem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen.
© SN.
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