Durchbruch bei Arthrose-Behandlung gelungen
Millionen Menschen leiden unter Schmerzen an den Gelenken und der Wirbelsäule (Arthrose). Düsseldorfer Forscher haben eine neuartige Therapie entwickelt, die am Freitag in München als "Durchbruch bei der Arthrosebehandlung" vorgestellt wurde. Dabei wird ein spezieller Wirkstoff (Interleukin-1-Rezeptorantagonist) eingesetzt, der einen weiteren Knorpelabbau im Gelenk stoppen soll. Die Wissenschafter fanden heraus, dass bei der Knorpelzerstörung das Immunsystem eine entscheidende Rolle spielt. Es veranlasse die Ausschüttung bestimmter Hormone, zu denen Interleukin-1 als besonders zerstö-rerisch zählt. Die Düsseldorfer Forschergruppe mit dem Orthopäden Markus Granrath und dem Molekularbiologen Julio Reinecke kam immunkompetenten Blutzellen auf die Spur, die knorpelschützendes Eiweiß produzieren. Sie erhöhten die Produktion dieser Rezeptorantagonisten gegen Interleukin-1 im Blutserum auf das 600-fache und spritzten die Substanz in die erkrankten Gelenke. Bei 3000 Patienten sei die Arthrose mit dieser neuen Methode erfolgreich behandelt worden, sagte Granrath. Die Gelenksentzündungen gingen zurück, und die Knorpelzerstö-rung konnte blockiert werden. Der Einsatz der biotechnisch hergestellten Immunhemmstoffe sei sehr schonend und sicher, wurde in München betont.