|
|
|
Gesundheit - Orthopädie
|
|

|
 |
Bio-Revolution in der Orthopädie
|
 |
05. März 2001 | 10:00
|
 |
|
 |
 |
 |
In der Vergangenheit haben bessere Techniken und immer mehr optimierte, artifizielle 'Ersatzteile' viele Gebiete der Orthopädie bestimmt.
Die Zukunft wird immer mehr von biologischen Methoden samt der Züchtung von "Ersatzmaterial" aus Zellen bestimmt werden. Darauf wies der Vorstand der Universitätsklinik für Orthopä-die am Wiener AKH, Univ.-Prof. Dr. Rainer Kotz, Montag Nachmittag bei einer Klinikvorlesung aus Anlass seines 60. Geburtstages hin. Kotz wurde am 28. Februar 1941 geboren. Nach seinem Studium in Wien absolvierte er den Turnus und danach die Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie an der Universitätsklinik. 1974 wurde er Oberarzt an der Klinik sowie Leiter des Tumordepartments. Die Habilitation erfolgte am 18. Juni 1979. Das war damals eine aufregende Zeit. Neben den immer ausgeklü-gelteren Operationstechniken für Patienten mit Knochenkrebs-Erkrankungen kamen erstmals in der Behandlung auch biologische Substanzen - Zytokine wie Interferon - zum Einsatz. An der Entwicklung dieser Behandlungsstrategien war der Orthopäde in Wien mit dem ihm eigenen Perfektionismus maß-geblich beteiligt. Eine Idee, die der Orthopäde vehement vorantrieb: Patienten mit Knochenkrebs oder Knochenmetastasen sollten durch Chemotherapie-Behandlungen in einen Zustand gebracht werden, der die Tumoren wieder operabel macht. Diese Teamarbeit zwischen Onkologen und Orthopäden verhindert verstümmelnde Operationen. Das ist besonders wichtig bei Kindern. So erklärte Kotz: "Mit der zunehmenden Verbesserung der Chemotherapie sind viele Patienten so zu behandeln, als wären sie fast heilbar, oder zumindest leben sie noch sehr lange." Mit 1. März 1984 wurde Kotz schließlich Vorstand der Orthopä-dischen Universitätsklinik in Wien. Deren Schicksal hat er seither geprägt. Vielleicht ein sehr charakteristisches Projekt: Die Beteiligung an der Entwicklung von "wachsenden" Knochenimplantaten. Das brachte auch viele Patienten aus Deutschland, Dänemark und Italien nach Wien. So werden Kindern nach der Entfernung von Knochen infolge von Krebs Endoprothesen implantiert, die sich beispielsweise per Gelenksbeugung automatisch verlängern. Das kann Kindern 20 und mehr Operationen ersparen. Daneben hat sich der Chef der Orthopädischen Universitätsklinik auch immer für die Prävention eingesetzt. Er koordiniert für Österreich beispielsweise die mit Beginn des Jahrzehnts international ausgerufene "Dekade der Knochen und Gelenke". Am neuen Wiener AKH hat sich Kotz insbesondere als Präsident des Vereins zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an der Klinik engagiert. Wenn es um die Zukunft von Forschung und Spitzenmedizin des Spitals am Währinger Gürtel geht, kennt er buchstäblich keinen Pardon. Da kämpft Kotz als Orthopäde beinhart für die Chancen einer neuen Wiener medizinischen Schule und für das AKH. "Das AKH ist nur so gut wie unsere Forschung", formulierten er und andere Klinikchefs bereits 1995.
© SN.
|
 |
| artikel: drucken | als
mail verschicken |
 |
| |
|
|
|
|
|