| Der Japaner Alex feierte ein großartiges Debüt bei Red Bull und begeisterte auch seine Mitspieler. Salzburg gewann die Tests gegen FC Zürich und Dnjepropetrowsk.
hannes Winklbauer berichtet aus Dubai Er lachte und strahlte über das ganze Gesicht: "Ich bin überglücklich", sagte Alessandro dos Santos, als er am Samstag im Hotel Jebel Ali als zweiter Neuzugang aus Japan bei Red Bull Salzburg vorgestellt wurde. Vier Kamerateams und sieben Journalisten aus Japan waren dabei, als sich der gebürtige Brasilianer der Presse stellte. Und er wurde gleich bei seinem ersten Auftritt mit Vorschusslorbeeren überschüttet. "Wir haben einen Verteidiger mit einem perfekten linken Fuß gesucht. Ich glaube, wir haben ihn gefunden", sagte Salzburgs Cheftrainer Giovanni Trapattoni. Als dann die Bullen am Nachmittag gegen den FC Zürich antraten, musste Alex allerdings mit einem Platz auf der Ersatzbank Vorlieb nehmen.
Was Salzburgs Neuzugang zu sehen bekam, war teilweise beeindruckend. Denn Zickler und Co. machten gegen die Schweizer von Beginn an Druck. Wladimir Janocko traf daher nach brillanter Vorarbeit von Johan Vonlanthen noch vor der Pause per Kopf zum 1:0 - und Alex jubelte erstmals mit seinen neuen Kollegen. Auch das 2:0 durch Milan Dudic nach Solo von Markus Steinhöfer schien den Japaner ganz offensichtlich zu beeindrucken: Er riss zum Zeichen des Jubels beide Arme in die Höhe. Der 2:0-Endstand gegen die Schweizer war schlussendlich hoch verdient. Die besten Spieler im Team des Tabellenführers der Bundesliga waren Tormann Timo Ochs, der toll hielt, und Torjäger Alexander Zickler, der sich imponierend durchsetzte.Der erste Auftritt war bereits beeindruckend Nach dem Spiel versprach dann Giovanni Trapattoni: "Ich werde Alex im Test gegen Dnjepropetrowsk einwechseln, weil so viele Journalisten wegen ihm nach Dubai gekommen sind." Gestern, Sonntag, gab es dann eine faustdicke Überraschung. Alex spielte nämlich bereits von Beginn an. Und er wurde beim 1:0-Sieg der Salzburger (Tor durch Marc Janko in der 1. Minute) über den Sechsten der ukrainischen Liga allen Vorschusslorbeeren gerecht: Schnell, wendig und stark am Ball, hatte der japanische Internationale kaum Anpassungsprobleme. Dennoch holte ihn Trapattoni in der 65. Minute vom Platz. "Er hat gezeigt, dass er über internationale Klasse verfügt, aber er war schon ein bisschen müde", sagte ein sichtlich zufriedener "Trap". "Sehr stark am Ball, aber auch aggressiv im Zweikampf", stellte ihm auch Red-Bull-Mittelfeldmotor Ezequiel Carboni ein erstklassiges Zeugnis aus.
Und auch der Neue selbst war zufrieden: "Es gab keine Probleme, ich hab mich sofort wohl gefühlt", sagte Alex, der am 20. 7. 1977 in Maringa geboren wurde. Als typischer Straßenkicker hatte er als Jugendlicher nur ein Ziel: "Ich wollte wie viele andere auch Fußballprofi werden. Aber in Brasilien ist das schwierig, es gibt einfach zu viele überragende Talente." Dass der 69 kg schwere und 1,78 große Verteidiger in Japan landete, war mehr oder weiniger ein Zufall. 1994 erhielten er und noch 14 Jugendliche ein High-School-Stipendium in Japan. Alex blieb danach im Land der aufgehenden Sonne. "Es war toll, ich lernte eine andere Kultur und Sprache kennen. Und ich konnte Profi werden", sagte der 29-Jährige, der perfekt japanisch und portugiesisch spricht. 2001 nahm er dann die japanische Staatsbürgerschaft an - aus Liebe zu einer Japanerin. Danach spielte er 83 Mal für Japans Nationalmannschaft und qualifizierte sich mit ihr 2002 und 2006 für die WM-Endrunde. Mit dem Engagement bei Red Bull ist für den Vollblutfußballer ein zweiter großer Traum in Erfüllung gegangen: "In Europa zu spielen, ist das Größte." Und auch sein Ziel steht fest: "Keine Frage, ich will in die Champions League."
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