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Violett-weiß lebt
18. November 2005 | 10:00

Fanclubs planen mit dem PSV/Schwarz-Weiß einen neuen "SV Austria Salzburg". Das Ziel ist nicht nur die Pflege der Tradition.

OTHMAR BEHRSalzburg (SN). Übernahme des Klubs durch "das Kapital", Protestaktionen von Fans, Neustart der Traditionalisten einige Stockwerke tiefer im Gerüst der Leistungsklassen: Zwischen den Fußballklubs Manchester United und Austria Salzburg gibt es erstaunliche Parallelen.

Die Anhänger auf der Insel revoltierten gegen den Ankauf des Traditionsklubs durch den Milliardär Malcolm Glazer und antworteten mit einem neuen F. C. United of Manchester. In Salzburg haben sich die Fans nach dem Einstieg von Red Bull im Frühjahr dieses Jahres den alten Namen SV Austria Salzburg vorsorglich sichern lassen.

Nun wird ein violett-weißer Neubeginn auf dem Fußballfeld immer wahrscheinlicher - in Zusammenarbeit mit dem Landesligisten PSV/ Schwarz-Weiß. Noch sind nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. Die Ziele sind nicht nur die Traditionspflege, sondern umfangreich: Westliga-Aufstieg, vereinsinterne Nachwuchsarbeit fern von Fußballakademien, Verknüpfung mit der Kultur (etwa in Form von Lesungen), Druck eines Klubmagazins.

Noch fehlt der Fußballsektion des PSV/Schwarzweiß das Ja-Wort der Gesamtvereinsspitzen Präsident Ernst Strasser und Ronny Tiefgraber. Verhandelt wird schon mit potenziellen Sponsoren. Alles soll noch in dieser Saison über die Bühne gehen. Der bestehende Klubname PSV/ Schwarz-Weiß soll mit einem B-Team in der 2. Klasse weiter existieren.

"Natürlich sehen wir uns nicht als Konkurrenz zu Red Bull", sagt Moritz Grobovschek, der mit Harald Mittermaier an der Spitze der Fan-Initiative steht. Grobovschek ortet allerdings "ein Stocken der Gespräche". Einen SV Austria Salzburg werde es auf alle Fälle geben, und "sei es als Einstieg auf unterster Ebene in der zweiten Klasse Nord". Zur Mitwirkung von Salzburger Fans bei den Raufereien nach dem Grazer Stadtderby sagte Grobovschek: "Untragbar. Wir haben die Leute vor die Wahl gestellt: Nie wieder, oder uns verlassen".

© SN/APA.

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