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Bis nach Flensburg
und nach Zittau waren die Wehwehchen des Salzburger Fußballs am vergangenen Sonntag ein Stammtischthema. Der Grund: Das Zweite Deutsche Fernsehen hatte in der "Sportreportage" groß über rote Bullen und Salzburger Vereinsfarben berichtet. "Fußballfundis und Romantiker" hätten noch die alte Austria im Herzen, die Klubfarben seien "unter die Bullenhufe" geraten. Da staunten die Nachbarn, die beim Thema Fußball selten an Österreich denken. Dank Red-Bull-Berater Franz Beckenbauer ist die prominente Querverbindung da. Der Kaiser kam höchstpersönlich zu Wort und sprach zum Thema Fanproteste: "Das ist ja eine kleine Minderheit. Man sollte sich nicht beeinflussen lassen." Nichts anderes war zu erwarten. Hat sich ein Kaiser jemals von einer Minderheit beeinflussen lassen? Das ZDF-Team nahm die Anliegen vom Salzburger Stehplatzsektor ernster und nannte die Vorkommnisse eine "Mischung aus Innovation, Ignoranz und Identitätsverlust". Es sei eine "bizarre Fußballwelt", wenn Fans gegen den eigenen Klub auftreten.
Auch "Spiegel online"
hat die Salzburger Leibchenfestspiele entdeckt. In der Internet-Ausgabe des deutschen Nachrichtenmagazins heißt es: "Angezündete Toilettenhäuser, ein gestürmtes Spielfeld, Stadionverbote - seit Monaten gibt es Zoff beim österreichischen Erstliga-Club Red Bull Salzburg". Stephan Huber, Sprecher der Initiative Violett-Weiß, wird im Titel zitiert: "Die größte Bauerndisco der Welt". Huber bezieht sich dabei auf seine Wahrnehmungen im ersten Bundesliga-Heimspiel gegen Mattersburg, als es die überdimensionale Beschallung im EM-Stadion gegeben hatte. Huber sei in seinen Bemühungen "europaweite Solidarität sicher. Woche für Woche hängen in den Stadien von Braunschweig bis Prag entsprechende Plakate".
Die Vernetzung
auf internationaler Ebene soll am Wochenende 17./18. September in einen Aktionstag münden. Beim Fanclub der Salzburger "Ultras" heißt es : "Wacht auf und kämpft mit uns gegen die Auswüchse des Kommerzes in Europas Stadien - für einen Fußball, wie wir ihn alle lieben: Mit Herz statt Kommerz! Stoppt Red Bull und den modernen Fußball!" Dass es bis zu diesem Termin eine Einigung zwischen Verein und Anhängern kommen könnte, bezweifeln beide Parteien. Mit Erfüllung von "Minimalforderungen" geben sich die Fans nicht zufrieden. Für den Klub ist eine Rückkehr zu Violett kein Thema. Der Leibchenentwurf der "Initiative Violett-Weiß" war wohl nur eine Fleißaufgabe.ofb
© SN/APA.
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