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Fußball

Interview
30. Juli 2005 | 11:00

Initiative "Violett-Weiß" besteht auf der Rückkehr zu den alten Klubfarben - Schaden durch gewaltbereite Anhänger

Georg Schinwald Die Fan-Initiative "Violett-Weiß" tritt dafür ein, dass die Fußball-Bundesligamannschaft Red Bull Salzburg in den alten Vereinsfarben auftritt. Die SN sprachen mit Stephan Huber, dem Obmann der Initiative.

Wie haben Sie reagiert, als Sie erfahren haben, dass Red Bull die kränkelnde Salzburger Austria übernommen hat? Huber: Wir waren alle euphorisch. Als Fans hatten wir ja doch recht harte Jahre hinter uns.

Gab es keine Bedenken gegen den neuen Eigentümer? Huber: Ganz im Gegenteil. Red Bull hat sich immer durch ein exzellentes Marketing ausgezeichnet, das sehr nahe an der Kernzielgruppe war. Wir hofften, das Unternehmen werde auch im Fußballgeschäft authentisch sein.

Wann kam es zum Stimmungsumschwung? Huber: Als wir die neuen Heimdressen sahen. Die Abkehr von den bisherigen Farben war unserer Meinung nach ein sinnloser Zug, von dem niemand etwas hat.

Warum ist die Farbe Violett für Sie so wichtig? Huber: Ein Klub hat drei Konstante, den Vereinsnamen, die Farben und die Fans. Wenn zwei davon eliminiert werden, haben die Fans ein Problem.

Was stört Sie sonst an der neuen Klubführung? Huber: Red Bull hat die Geschichte ausgelöscht, indem das Jahr 2005 als Gründungsdatum des Klubs genannt wird. Generell stört mich der respektlose Umgang mit uns Fans. Es gab eine Provokation nach der anderen. Zuerst haben sie die Südtribüne, unsere Fantribüne, um zwei Drittel reduziert, und dann noch violette Brillen verteilt.

Andererseits gilt natürlich auch im Fußball der Satz "Wer zahlt, schafft an". Red Bull kann man schwerlich das Recht absprechen, den Klub nach den eigenen Vorstellungen zu führen. Huber: Ich bin selbst Unternehmer, diesen von Ihnen zitierten Satz kann ich aber keinesfalls kritiklos akzeptieren. Wenn ein Unternehmen ein anderes, alteingesessenes kauft, kann man doch erwarten, dass es den besten Stammkunden - und das sind in unserem Fall die Fans - zumindest mit Respekt begegnet. Das passiert bei uns nicht.

Keinerlei Verständnis können Sie in der Öffentlichkeit erwarten, wenn es in Ihren Reihen zu Krawallen und Gewaltszenen kommt. Wie gehen Sie damit um? Huber: Die gewaltbereiten Fans schaden uns wirklich. Es ist sehr schwierig, diese Leute in den Griff zu bekommen. Wir tun alles, um eine Eskalation zu vermeiden. Alle großen Fanklubs haben zugesagt, dass sie - soweit es ihnen möglich ist - für Ruhe sorgen.

Wie kann sich das Verhältnis zwischen Klubführung und den "violetten" Fans entspannen? Huber: Der Klub muss endlich unsere weit ausgestreckte Hand ergreifen. Wir fordern weiter violett-weiße Heimdressen. Wenn Red Bull dazu bereit ist, dann werden wir beweisen, dass wir das beste Fußballpublikum in Österreich sind und hundertprozentig hinter dem Klub stehen.

© SN/APA.

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