| Tausende jubelnde Arbeiter haben am Dienstag die Ölfelder Venezuelas besetzt und damit offiziell die Verstaatlichung der fünftgrößten Ölindustrie der Welt vollzogen. Das Dekret zur Verstaatlichung war bereits im Februar von Staatspräsident Chávez unterzeichnet worden. "Wir machen vom Recht Gebrauch, die Naturressourcen zu Gunsten des Volkes zu verwalten", sagte Energieminister Ramirez.
Die Arbeiter in roten T-Shirts mit der Aufschrift "Ja zur Nationalisierung!" hatten bereits kurz nach Mitternacht Ölanlagen im Orinoco-Gebiet, in dem die größten Ölreserven der Welt vermutet werden, friedlich besetzt. Bislang hatten dort ausländische Firmen das Sagen. Der umstrittene Präsident Chávez hatte auch eine militärische Besetzung von Feldern zum 1. Mai angekündigt.
Gemäß dem Chávez-Dekret mussten ausländische Firmen - darunter die US-Gesellschaften Exxon Mobil und Chevron, die französische Total, British Petroleum und Statoil aus Norwegen - eine Umwandlung in Joint-Venture-Unternehmen akzeptieren, bei denen der Staat die Kapitalmehrheit halten wird. Noch kein Abkommen wurde laut Caracas mit Conoco-Phillips erzielt. Letzte Frist für eine Vereinbarung ist der 26. Juni.
Die Rohölreserven im Orinoco-Becken waren bisher im Rahmen so genannter "strategischer Vereinigungen" mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA von ausländischen Firmen ausgebeutet worden. Die Gesamtförderung im Gebiet beträgt zur Zeit 600.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag.
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