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Essen kann krank machen, Fasten kann heilen, weil es Leib und Seele entlastet. Weiters stärkt reduzierte Nahrungsaufnahme auch den Geschmackssinn.
Feinschmecker und professionelle Weinverkoster wissen um die positive Kraft des Fastens: Die durch die tagtägliche Reiz-überflutung des Gaumens strapazierte Sensorik wird wieder geschärft. Diese Erfahrung wird jeder machen, der ganz gezielt weniger isst und trinkt. "Ich schmecke die verschiedenen Tees, den Gemüsesaft, sogar den Geschmack von Wasser nehme ich wahr. Wenn ich beim Fasten meine tägliche Semmel esse, spüre ich beim bedächtigen Kauen wieder den wunderbaren Geschmack, den ich sonst kaum beachte", so Pater Johannes Pausch. Er ist Mitbegründer des Europaklosters Gut Aich bei St. Gilgen, wo er auch als Psychotherapeut mit eigener Praxis tä-tig ist und Fastenkurse leitet. Seine vielfältigen Erfahrungen hat Pausch im gemeinsam mit dem Journalisten Gert Böhm verfassten Buch "Auf zum guten Leben! - Fasten wie im Kloster" (Styria Verlag, 22 Euro) zu Papier gebracht. Die Autoren verstehen ihr gemeinsames Werk nicht als Diät-Ratgeber, sondern haben es als ganzheitliche Anleitung zum guten Leben konzipiert. Das Buch beschreibt die 40 Tage der Fastenzeit vom Aschermittwoch bis zum Ostersonntag und geht darüber hinaus auf die Osterwoche als allmähliche Rückkehr des Menschen in die Fülle des Lebens ("Abfasten") ein. Die zum Teil meditativen Texte und Vorschläge für Körperübungen haben jedoch auch abseits der kirchlichen Fastenzeit Gültigkeit, denn die Entschlackung von Körper und Geist ist schließlich keinen saisonalen Beschränkungen unterworfen. Den gesundheitlichen Aspekt des Fastens dokumentiert folgende Untersuchung: Ein abgelegenes indisches Bergtal war während der Wintermonate stets über viele Wochen hinweg von der Außenwelt abgeschnitten. Da die Nahrungsmittelreserven der Bewohner nie bis ins Frühjahr ausreichten, waren sie kollektiv zum Fasten gezwungen. Ärzte stellten fest, dass es in den Dörfern des Tals überdurchschnittlich viele Menschen gab, die seelich und körperlich sehr gesund waren. Nachdem die indische Regierung einen Tunnel errichtet hatte und damit die Lebensmittelversorgung auch im Winter sichergestellt war, wurden die Bewohner des Bergtals genauso krank wie jene in den anderen Landesteilen. Die in der heutigen Zivilisationsgesellschaft jederzeit sichergestellte Verfügbarkeit von allem und jenem belastet die Gesundheit. Entgiftung und Entschlackung durch Fasten sind daher von großer Bedeutung. Der Körper scheidet nämlich in der Fastenphase die angesammelten Schlacken besonders intensiv aus. Blut- und Leberwerte bessern sich, wenn sie zuvor schlecht waren, und die Bauchspeicheldrüse kann sich regenerieren. Wichtig für den Entschlackungsprozess ist das Trinken - mindestens drei Liter Flüssigkeit pro Tag -, wobei Pater Pausch Tee empfiehlt: "Wenn jemand Tee nicht so gerne mag, kann er bedenkenlos auch Wasser trinken." - Ebenfalls von großer Bedeutung ist das "Abfasten" am Ende der Kur mit behutsamer Nahrungsaufnahme: "Je schneller man wieder in die alten Muster verfällt, desto weniger Nutzen hat das Fasten", so Pausch. BUCHTIPPS Gesund durch Fasten Die Fastenmethode nach Dr. med. Hellmut Lützner steht im Mittelpunkt des Ratgebers "Natürlich gesund durch Fasten" (Kneipp Verlag, 12,90 Euro) von Hans Scherz. Die einwöchige Kur sieht den völligen Verzicht auf feste Nahrung vor. Der Fastende nimmt ausschließlich Flüssiges wie Wasser, Tee, Gemüse- und Obstsäfte, Molke und Gemüsebrühe zu sich. Zu empfehlen ist die Lützner-Methode all jenen, die gesund sind. Richtig entgiften Übersäuerung gilt als eine der häufigsten Ursachen für Krankheiten. Ein gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht kann Verdauungsstörungen ebenso zur Folge haben wie Hautirritationen oder Abgespanntheit. Über die Krankheitsbilder der Übersäuerung informiert Hannelore Fischer-Reska im Ratgeber "Die Entsäuerungsrevolution" (Verlag Südwest, 16,95 Euro). Eine 12-Wochen-Kur für Zuhause (Fischer-Reska-Methode) trägt zur richtigen Entgiftung des Körpers bei. Für Körper und Seele Pilgern liegt wieder im Trend - verstärkt auch bei Menschen ohne religiösem Bekenntnis. Sie suchen die Erfülling ihrer spirituellen Sehnsucht ohne die institutionelle Vermittlung einer Kirche und finden in der Routine des Gehens oftmals innere Harmonie, Seelenruhe und auch Gesundheit. Die verschiedensten Aspekte einer Wanderschaft zur eigenen Mitte beleuchtet Wolfgang Sotill im Buch "Einfach Pilgern - Auszeit für Körper & Seele" (Styria Verlag, 18 Euro). Fit in den Frühling Eine Vielzahl an Tipps zur Entschlackung des Körpers verrät Hademar Bankhofer im Ratgeber "Fit und vital in den Frühling" (Kneipp Verlag, 14,90 Euro). Besondere Bedeutung kommt in dieser Jahreszeit auch der Stärkung des Immunsystems zu, denn am Ende des Winters sinkt die Abwehrkraft der Menschen, wodurch diese für Erkältungen, Schnupfen und Husten besonders anfällig werden. Übrigens: Auch Küssen stärkt die Immunkraft.
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