REPORTAGE
SW
Sport leben können, und das ganz gut. In Österreich wird das "Wuzeln" vor allem als Betätigung im Wirtshaus gesehen. Und gerade von diesem Image wolle man sich lösen: "Tischfußball soll zum richtigen Sport werden", sagt Sascha Soriat.
Der 27-jährige Fuschler ist Präsident des Tischfußball-Landesverbandes Salzburg-Oberösterreich und Pionier der "Wuzler"-Szene in den beiden Bundesländern. Vier Vereine sind derzeit im Verband organisiert: in Hallein, Salzburg, Klaus im Ennstal und Vöcklabruck.
Dominierender Spieler der abgelaufenen Saison ist der Präsident selbst, der heuer bei der WM auf der Tischmarke Garlando in Wien im DYP-Bewerb (draw your partner - der Partner wird zugelost) die Bronzemedaille gewonnen hat. Außerdem ist Soriat Landesmeister in den Bewerben Einzel, Doppel und Mixed-Doppel. 170 "Wuzler" haben an der Serie von zehn Turniern und dem abschließenden Masters teilgenommen.
Dass Tischfußball in Österreich immer professioneller betrieben wird, zeigt sich auch daran, dass die WM in Wien mit 50.000 Euro dotiert war. Heuer sollen es bereit 75.000 sein. "In den vergangenen Jahren hat sich sehr viel getan", sagt Soriat. So wurde etwa 2001 der Tischfußball-Verband Österreich (TFBÖ) gegründet.
Der erste Salzburger Verein, der TFC Salamander, hat mittlerweile 30 Mitglieder, drunter auch einige junge Damen. Obmann ist der 24-jährige Oberndorfer Herwig Buxbaum. Gemeinsam trainiert wird immer mittwochs ab 19.30 Uhr im Cafe` Schwaiger in Salzburg-Itzling. Jeder sei zum Mitmachen herzlich eingeladen, betonen Buxbaum und Soriat.
Abseits der wöchentlichen Vereinsabende trainieren die Profis mehrmals in der Woche. Dabei hat jeder seine eigenen Tricks, die dann "Pin-Shot", "Snake", "Einser" oder "Zug" heißen. Vor allem komme es auf Ausdauer und Konzentration an, weiß der Göminger Wolfgang Kaserer, Vizepräsident des Landesverbandes. Ein Spiel könne schon bis zu einer halben Stunde dauern. Wichtig sei auch mentale Stärke - sehr viel spiele sich im Kopf ab. "Wenn man das Spiel beherrscht, hat man Unmengen an Varianten und Möglichkeiten. Es ist eine richtige Herausforderung."
© SW.