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SALZBURG (SN, APA). Zwölfeinhalb Jahre nach dem Mord an der Salzburger Taxilenkerin Claudia Deubler sucht die Justiz immer noch nach dem Täter. Der Oberösterreicher Peter Heidegger wurde im zweiten Prozess im Mai 2003 freigesprochen, nachdem er acht Jahre schuldlos in Haft gesessen war. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Verdächtige. Anklage wurde noch keine erhoben. Ich möchte endlich den Schuldigen haben, sagt der Vater des Opfers, Helmut Deubler, im APA-Gespräch und wirft den Behörden Verschleierungstaktik vor.
Der brutale Raubmord an seiner damals 28-jährigen Tochter lässt den 65-jährigen Salzburger nicht los. Ich kann nicht vergessen und denke oft daran. In der Nacht auf 6. Juli 1993 brach Claudia beim Auschneidersee in Wals-Siezenheim neben ihrem Taxi tot zusammen. Der Tomi hat ihr in den Hals geschossen, behauptete der Salzburger Daniel N. (27) vor einem Schwurgericht im März 2003 und belastete mit der Zeugenaussage auch sich selbst. Er sei nämlich an der Tat beteiligt gewesen, den Mord habe aber sein Freund durchgeführt.
Als Skandal bezeichnete es Helmut Deubler, dass Justiz und Exekutive schon vor elf Jahren von dieser Täterversion gewusst hätten. Aber da haben sie schon einen gefunden, der nicht viel redete, den man fertig machen konnte. Die Kripo hat Zwangsgeständnisse herausgeholt, um sich zu profilieren. Peter Heidegger (32) aus Gmunden wurde 1994 wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt, im wiederaufgerollten Prozess am 16. Mai 2003 aber wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Für acht lange Jahre hinter Gittern erhielt der Fliesenleger schließlich eine Haftentschädigung in der Höhe von 950.000 Euro.
Ein Gutachten soll nun die Aussagefähigkeit von Daniel N. prüfen, der zum Tatzeitpunkt drogenabhängig war. Am 3. Februar 2005 beauftragte die Staatsanwaltschaft Salzburg dazu den Gerichtspsychiater Reinhard Haller, am 14. Oktober erteilte sie den Auftrag für ergänzende Untersuchungen. Ob und wann es zu einer Anklage kommt, ist noch ungewiss. Der zuständige Staatsanwalt Thomas Wegleiter ging Anfang November in Karenz. Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge dauert bis 5. Dezember, erläuterte der Leitende Staatsanwalt Marcus Witek. Bis spätestens 1. Februar 2006 ist der Posten besetzt. Wer immer den Fall übernimmt, das Einlesen in den rund 10.000 Seiten umfassenden Akt werde seine Zeit beanspruchen.
Für den Vater der Taxilenkerin dauern die Ermittlungen viel zu lange. Er kritisiert vor allem auch, dass die Erhebungen gegen jene sechs Gendarmen, denen Heideggers Anwalt Franz Gerald Hitzenbichler zahlreiche Ermittlungspannen vorwarf, noch immer nicht abgeschlossen sind.
Es geht um falsche Beweisaussage, Urkundenfälschung und -unterdrückung sowie Amtsmissbrauch. Wir befinden uns im Finalisierungsstadium, erklärte der Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Linz, Friedrich Hintersteininger. Der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft werde auch noch vom Justizministerium geprüft. Der Akt sei am Wege, wo er sich gerade befinde, könne er nicht sagen. Im Jänner 2006 dürfte es zu einer Entscheidung kommen, ob das Verfahren eingestellt, ob Anklage erhoben wird oder ob weitere Erhebungen stattfinden.
Helmut Deubler wirft den Behörden Verschleierungstaktik vor. Die lassen alles auf eine Verjährung hinauslaufen. Damit der Fall in Vergessenheit gerät. Kein Beamter will dem anderen wehtun. Deshalb wird die Wahrheit unterdrückt. (Bild: SN/Sprenger)
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