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Traum von Ischlerbahn geht weiter

07. September 2005
Viel Optimismus im generellen privaten Konzept. „Attraktives Angebot für Pendler und Tourismus.“

SALZBURG (SN, APA). 48 Jahre nach Einstellung der Ischlerbahn legen sich Peter Kemptner und Gottfried Mayer für die Wiedererrichtung der Salzkammergut Lokalbahn um rund 270 Mill. Euro kräftig ins Zeug. Mit einer privaten Vorstudie in den Händen untermauerten sie am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Salzburg ihren Optimismus, dass die Bahn bereits im zweiten Jahr einen betriebswirtschaftlichen Gewinn erzielen könnte.

Seit zwei Jahren setzen sich die beiden Sprecher des privaten Konsortiums zur Wiedererrichtung der Salzburgerkammergut Lokalbahn GnbR (SKGLB Reengineering) für den Neubau der Ischlerbahn ein. Das generelle Konzept, das Mayer verfasste, gebe Aufschluss über die Notwendigkeit des Projektes für den Pendlerverkehr in den staugeplagten Salzburger Umlandgemeinden wie auch für den Tourismus im Salzkammergut. Die Vorstudie wurde aus privaten Mitteln mit Hilfe von Sponsoren finanziert.

Nach ersten Berechnungen könnte die moderne Lokalbahn unter der Leitung eines „pfiffigen Managements“ mit jährlich rund 2,6 Millionen Beförderungsfällen im Pendel- und Tourismusverkehr einen Umsatz von rund 20 Mill. Euro erwirtschaften. Bereits im zweiten Betriebsjahr ergebe sich ein Gewinn mit einem Cash-Flow im Wert von sieben Prozent, „der sich im siebten Jahr bis zu 20 Prozent einpendeln könnte“, erklärte Kemptner.

Dass die öffentliche Hand die Errichtungskosten für das „attraktive Nahverkehrsangebot“ berappe, ist für Kemptner und Mayer „das Nächstliegende“. Die Kosten für die Infrastruktur gänzlich rezufinanzieren, gelinge allerdings nicht.

Der eingeplante Nostalgieverkehr von Salzburg über Mondsee nach St. Gilgen, St. Wolfgang und Bad Ischl wäre eine zusätzliche Touristenattraktion, die „diese Gegend so dringend braucht“. Die Ischlerbahn sei weltweit die bekannteste und prestigeträchtigste einzelne Eisenbahnstrecke, betonten Mayer und Kemptner. Die Trasse sei zu etwa 90 Prozent erhalten und unverbaut.

Auch für die Pendlervororte würde die Bahn, die im 20 Minuten Takt fahre, dringend gebraucht. Dort „wohnen zweieinhalb Mal so viele Menschen wie zur Zeit der Ischlerbahn“ (1890 bis 1957). Innerhalb der nächsten sechs Jahre prognostizierten Experten eine Verkehrszunahme von 60 Prozent.

Jetzt seien die Politiker am Zug, das Vorhaben zu einem öffentlichen Interesse zu erklären und eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Bis heute gebe es zwar „ein paar Zusagen und Verpflichtungserklärungen, aber mit dem Nachsatz 'wir haben kein Geld'“, bedauerte Kemptner. Die Bausteinaktion stößt mit bisher 30 verkauften Bausteinen noch auf geringes Interesse. Doch der Salzburger bleibt zuversichtlich: „Laufen alle Verfahren wie in der Theorie, könnten wir mit einer Eröffnung im Jahre 2011 rechnen.“

© SN.

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