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SALZBURG (SN, APA). Trotz intensiver Arbeit an Kosten dämpfenden Maßnahmen sei das Sparpotenzial im Sozialwesen in Salzburg weitgehend ausgereizt, stellte Soziallandesrat Erwin Buchinger (SP) am Freitag bei einem Pressegespräch fest. Buchinger verwehrte sich gegen die Kritik, beim Sozialen werde in Salzburg generell gespart. Salzburg ist weiterhin ein soziales Musterland, betonte der Landesrat bei der Präsentation des Sozialberichtes 2004.
So sei das Sozialbudget von 159 Millionen Euro (2003) auf 173 Mio. Euro (2004) bzw. nunmehr 183 Mio. Euro (2005) gestiegen. Die Frage ist nicht, wie viel weniger ist uns das wert, sondern wie viel mehr? so Buchinger. Dort, wo man noch Effizienz optimieren kann, wird alles getan, um die Kosten einzubremsen. Allerdings liegen wir in Salzburg mit unseren Richtsätzen für die Sozialvereine ohnehin am unteren Ende, wie bundesweite Vergleiche zeigen. Trotzdem bemühen wir uns, die Lasten auch für die Gemeinden zu minimieren, sagte der Landesrat.
Der typische Sozialhilfeempfänger ist heute nicht mehr die arbeitslose Familie, sondern weiblich, über 75 Jahre alt und wird in einem Pflegeheim stationär betreut, brachte Buchinger die Entwicklung auf den Punkt. Allein für die stationäre Unterbringung stiegen die Kosten 2004 um 10,7 Prozent an. Die Pflegeintensität nimmt ständig zu, die durchschnittliche Pflegestufe stieg von Mai 2004 mit einer Pflegestufe von 3,68 auf eine durchschnittliche Pflegestufe von 3,74 im Mai 2005 an - ein erwünschter Effekt der bedarfsgerechten Belegung, der langfristig Kosten sparen werde.
Beinahe wie jedes Jahr nehme die steigende Alterung der Gesellschaft einen breiten Platz auch im Sozialbericht ein. Die demographische Entwicklung werde immer deutlicher in den Sozialbudgets spürbar. So stieg die Zahl der Salzburger über 65 Jahren von 70.935 Personen (2003) auf 71.877 Personen (2004) nur leicht an, allerdings erhöhte sich die Zahl der über 75-Jährigen von 33.552 auf 48.139 Personen deutlich. Wenn in der Sozialplanung hier nicht bereits seit Jahren sorgfältig vorausgeplant worden wäre, wäre ein derartiger Anstieg gar nicht zu verkraften, so Buchinger. Dies vor allem deshalb, weil Personen über 75 stärker pflegebedürftig seien.
Bei der Sozialhilfe steige neben der geschlossenen Sozialhilfe (also den Beiträgen zur Unterbringung in Pflegeheimen) auch die offene Sozialhilfe. Hier seien es vor allem die als arbeitslos gemeldeten Haushalte, die zusammen mit den Pensionisten und den Haushalten ohne Einkommen am deutlichsten anstiegen. Hatten 2003 noch 32,2 Prozent aller Sozialhilfeempfänger kein Einkommen, waren es 2004 bereits 34,6 Prozent. Die Zahl der unterstützten Haushalte mit Arbeitslosenunterstützung stieg von 16,8 Prozent auf 19,7 Prozent. Hier habe sich die Zahl der Jugendlichen vor allem gegen Jahresende deutlich erhöht. Allein im Oktober und November 2004 mussten 48 Jugendliche neu stationär untergebracht werden.
Jahrelang hätten sich die Fallzahlen in der Behindertenhilfe eher unspektakulär entwickelt, da nur wenige Behinderte in Salzburg die NS-Zeit überlebten. Ihre Bevölkerungspyramide musste sich erst der der Gesamtbevölkerung anpassen. Von diesen Behinderten wurde ein Großteil privat betreut. Heute stehen wir bei den Behinderten vor zwei Herausforderungen: Zum Ersten steigt durch den medizinischen Fortschritt die Zahl der Menschen, die auch z. B. schwere Unfälle überleben, wenn auch mit genauso schweren Beeinträchtigungen. Zum anderen wird jetzt eine ganze 'Elterngeneration' von Menschen mit Behinderungen selber pflegebedürftig - und damit auch ihre Kinder, meint Buchinger.
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