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13-Jährige auf Kirtag missbraucht?

10. August 2005
Zwei Inder vor Salzburger Gericht. Angeklagte sprechen von „Freiwilligkeit“ des Mädchens. Prozess vertagt.

SALZBURG (SN, APA). Beim Besuch eines Kirtages in der Pinzgauer Gemeinde Bruck an der Glocknerstraße vor einem Jahr soll ein 13-jähriges Mädchen von zwei indischen Marktfahrern vergewaltigt und sexuell schwer missbraucht worden sein. Die zwei bisher unbescholtenen Männer beriefen sich am Mittwoch vor einem Salzburger Schöffensenat auf die Freiwilligkeit des Mädchens. Ein Urteil steht noch aus.

Am 15. August 2004 radelte die 13-Jährige zum Jahrmarkt. Eine Halskette um fünf Euro wollte sie um zwei Euro billiger haben, deshalb kam sie ins Gespräch mit dem 23-jährigen, erstbeschuldigten Marktfahrer. Laut Staatsanwaltschaft Thomas Wegleiter machte der Inder anzügliche Bemerkungen, begrapschte sie, hielt ihr Augen und Mund zu und zerrte sie in einen nahen Lieferwagen. „Er hat den Wagen zugesperrt und das Mädchen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Der Mann hat gewusst, dass das Mädchen unmündig ist.“

„Ich gab ihr beim Stand zwei Colliers um drei Euro, da küsste sie mich auf die Wange. Ich hatte das Gefühl, sie hat mich gern“, schilderte der 23-jährige Asylbewerber, der mit einer Österreicherin verheiratet ist, der Vorsitzenden Richterin Ilona Mozes. Eine halbe Stunde später sei das Mädchen zum Stand zurückgekehrt mit den Worten „ich habe jetzt Zeit, aber Angst, dass ich ein Kind bekomme“, sagte der Inder weiter. Im rund 15 Meter entfernten Lieferwagen sei es rasch zum Geschlechtsverkehr gekommen. „Als sie nicht mehr wollte, habe ich aufgehört.“ Danach soll der zweitbeschuldigte, 45-jährige indische Schausteller, dem die Waren gehörten, die 13-Jährige in ein Kaffeehaus gezerrt und dort in der Damentoilette zum Oralverkehr gezwungen haben.

Den Vorwurf des Staatsanwalts, dass der Erst- wie auch der Zweitangeklagte Gewalt angewendet hätten, ließen die Verfahrenshelfer der zwei verheirateten Inder nicht gelten. In diesem Punkt bestünden „eklatante Widersprüche“, die Hauptbelastungszeugin vermische reale mit nicht stattgefunden Geschehnissen. Eine psychologische Gutachterin hält die Angaben des Mädchens allerdings für glaubwürdig.

Der Prozess wurde am Mittwoch gegen Abend zur weiteren Beweisaufnahme auf unbestimmte Zeit vertagt. Es wird ein psychiatrisches Gutachten eingeholt, das über das Persönlichkeitsbild der 13-Jährigen Aufschluss geben soll. Weiters sollen allfällige psychische Folgen der Tat erörtet werden.

© SN.

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