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SALZBURG (APA, SN). Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur geht heuer an den britischen Autor Julian Barnes. Kunststaatssekretär Franz Morak überreichte den Preis am Dienstagnachmittag in der Salzburger Residenz. Der 1946 in Leicester geborene Romancier, Essayist und Erzähler erhielt den mit 22.000 Euro dotierten Preis für sein Lebenswerk. Österreich vergibt diese Auszeichnung seit dem Jahr 1965, seit vier Jahren wird er im Rahmen der Salzburger Festspiele verliehen. Cees Nooteboom, Christoph Hein und Umberto Ecco sind die Preisträger der vergangenen drei Jahre.
Der deutsche Kulturkritiker und Autor Michael Maar bezeichnete Julian Barnes als Pedanten mit Humor: "Die Pedanterie ist künstlerisch nicht weniger wertvoll als die geniale Schlamperei. Barnes ist mit dieser Eigenschaft in guter Gesellschaft, auch Goethe, Mann oder de Sade waren mir dieser Eigenschaft ausgestattet. Die Pedanterie ist bei Barnes mit Bildung und Humor kombiniert. Das macht seinen Blick genial genau und verhindert, das die Pedanterie zur Stille des Todes führt."
"Flauberts Papagei", "England, England" oder "Bevor she met me" sind drei der bedeutenden Arbeiten des heute ausgezeichneten Engländers. Barnes wies in seiner Dankesrede auf die vielen europäischen Künstler hin, die ihre Leben oder Teile davon nicht in ihren Heimatländern, sondern in anderen europäischen Regionen verbracht hätten. So etwas wie einen europäischen Roman gebe es nicht wirklich. "Der wäre wie Essen im Flugzeug. Das bringt zwar keinen um, befriedigt aber auch niemanden wirklich", so der Staatspreisträger für Europäische Literatur.
Bild: SN/APA
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