|
SALZBURG (SN, APA). In einer Salzburger Studie konnte nun weltweit erstmals nachgewiesen werden, dass nicht nur die Strahlung eines Handys zu einer Veränderung der Gehirnströme führt, sondern dass auch Mobilfunk-Sendeanlagen diese beeinflussen. Die veränderten Hirnströme wurden mit dem EEG aufgezeichnet.
Neun Frauen und drei Männer im Alter zwischen 20 und 78 Jahren stellten sich freiwillig für das Experiment zur Verfügung. Sei bezeichnen sich selbst als empfindlich gegenüber Mobilfunksendeanlagen. Zur Aufzeichnung der bioelektrischen Aktivität des Gehirns wurden auf dem Kopf der Probanden mehrere Elektroden angebracht. Nach Abschluss der EEG-Aufzeichnungen wurden die Teilnehmer gebeten, allfällige Wahrnehmungen zu schildern. Fast alle klagten über verschiedene Symptome wie Herzbeklemmung, Kopfschmerzen, Nervosität oder Ohrengeräusche, berichtete Studienautor Gerd Oberfeld.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen laut Oberfeld die Notwendigkeit, die Gesundheitsbelastung durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung zu reduzieren und die Forschung zu intensivieren. Die Ergebnisse zeigen weltweit erstmals, dass die Einstrahlung einer Mobilfunk-Sendeanlage (GSM 900/1800 MHz) in etwa 80 Meter Distanz zu signifikanten Veränderungen unterschiedlicher EEG-Parameter führt. Die Ergebnisse sollen nun in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht und durch weitere Untersuchungen abgesichert werden.
Die neue Studie des Salzburger Umweltmediziners Gerd Oberfeld, mit der er nach eigenen Angaben weltweit zum ersten Mal nachgewiesen habe, dass auch die Strahlung von Mobilfunk-Sendeanlagen die Hirnströme beeinflusse, wird vom Forum Mobilkommunikation (FMK) bezweifelt. Sie sei ein Versuch, die Bevölkerung zu verängstigen, um ein Mobilfunkverbot zu erreichen, meinte FMK-Geschäftsführer Thomas Barmüller am Donnerstag.
Die Messung sei im Original noch gar nicht veröffentlicht, kritisierte Barmüller. Was aber bisher bekannt wurde, erfülle schon auf den ersten Blick grundlegende wissenschaftliche Standards nicht: „Diese Messung wurde weder doppelblind durchgeführt noch von einer zweiten unabhängigen Stelle wiederholt, dennoch wurde sie nun unmittelbar nach der Einigung mit der Stadt Salzburg über den UMTS-Ausbau veröffentlicht.“
Barmüller schließt daraus, dass die Landessanitätsdirektion Salzburg ein Mobilfunkverbot zum Ziel habe, „wie sie selbst offen sagt“. Um dieses Ziel zu erreichen, instrumentalisiere sie bestehende Sorgen der Bevölkerung im Zusammenhang mit Mobilfunk. „Ich halte das für verantwortungslos und fordere den zuständigen LHStv. Anm.) Raus auf, endlich korrekt zu handeln.“ Es sei bedauerlich, „dass das Land Salzburg in Sachen UMTS-Versorgung mit allen Mitteln gegen die Stadt Salzburg arbeitet“, sagte Barmüller.
© SN.
|