| Rund 100 Personen haben am Mittwochvormittag auf dem Heldenplatz gegen den russischen Präsidenten Putin demonstriert. Die nach Angaben der Polizei circa 60 Teilnehmer der Kundgebung "Frieden für Tschetschenien" wurden von jenen etwa 30 Aktivisten - unter ihnen auch die Außenpolitische Sprecherin Ulrike Lunacek - verstärkt, die zunächst zur Demonstration der Grünen am Graben gekommen waren.
Die Kundgebungsteilnehmer hatten zahlreiche Transparente mitgebracht. Kinder hielten Tafeln, die Bilder aus dem Tschetschenien-Krieg zeigten. Das größte Spruchband war mit "Herr Präsident: Sie bringen den Tod nach Tschetschenien" beschriftet. Auf einer Zeichnung nahm ein Teufel gerade eine Putin-Maske ab. "Putin ist ein Massenmörder" sowie "Jelzin und Putin schuld am Tod von 40.000 Kindern im Krieg" war auf anderen Transparenten zu lesen. Eine Tafel mit der Aufschrift "Anna Politkowskaja 1958 - 2006" und deren Foto gedachte der ermordeten russischen Journalistin.
Die Reden bei der Kundgebung konzentrierten sich auf den Tschetschenien-Krieg. So kritisierte Lunacek, die "devote Haltung" des Westens, weil Putin sonst das Gas abdrehen würde. Die Politikerin kündigte an, dem russischen Präsidenten am Nachmittag im Nationalrat einen offenen Brief überreichen zu wollen.
Auch Michael Genner von "Asyl in Not" unterstrich seine Beweggründe: "Wir stehen hier, um gegen die verbrecherische Politik von Präsident Putin zu demonstrieren." Er appellierte an die Öffentlichkeit in Österreich und Europa, dem Treiben in Tschetschenien nicht länger tatenlos zuzusehen.
Die Kundgebung verlief vorerst friedlich. Das Polizeiaufgebot, fast gleich stark wie die Demonstranten, hielt sich im Hintergrund.
© SN/APA.
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