| Aus dem "Dornröschenschlaf erlösen" will Agnes Husslein-Arco, Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere, die Mittelalter-Sammlung des Hauses, die sie von der Orangerie ins Obere Belvedere geholt hat. Ab Dienstag sind zahlreiche Werke der Gotik zu sehen, der restliche Teil der 220 Sammlungsstücke wird ab 5. Juli im "Schatzhaus Mittelalter" im Prunkstall ausgestellt.
Einen Höhepunkt der Ausstellung - die die erste Etappe einer umfassenden Neuaufstellung einläutet - bildet der Znaimer Altar, der Schnitzreliefs und Gemälde der Passion Christi aus den Jahren 1440/45 zeigt. Im wahrsten Sinne des Wortes herausragend sind die über vier Meter hohen Tafeln eines Altars von Rueland Frueauf des Älteren, der für eine Salzburger Kirche entstanden ist.
Bereits die dichte Hängung der Werke soll das Flair des Mittelalters widerspiegeln. Anlässlich der Dauerausstellung im Westflügel des Belvedere wurde auch ein neuer Raum geöffnet: Der Carlone-Saal wurde anhand von Stichen von Salomon Kleiner restauriert. Dort sind ab Dienstag die "Wiener Neustädter Madonna" oder die "Sonntagberger Madonna" zu sehen.
Aber auch die restliche Sammlung wird in den kommenden Monaten neu aufgestellt: Während im Erdgeschoß Mittelalter und Barock zu sehen sind, widmet sich der erste Stock der Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, das 20er Haus wird ab 2008 Schauplatz der Kunst von 1945 bis zur Gegenwart sein.
Am 5. Juli wird das "Schatzhaus Mittelalter" im Prunkstall nahe dem Unteren Belvedere eröffnet. In dem barocken, einst für die Leibpferde des Prinzen Eugen errichteten Gebäude werden weitere bedeutende mittelalterliche Werke zu sehen sein.
© SN/APA.
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