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Unblutiges Ende der Geiselnahme in Wien

27. Februar 2007 | 15:34

In der Bawag-Filiale in der Mariahilfer Straße 22 in Wien-Neubau hat ein 39-jähriger Wiener am Dienstagvormittag mehrere Geiseln genommen. Nach mehr als vier Stunden ging die Geiselnahme unblutig zu Ende. Nachdem er schon mehrere Menschen frei gelassen hatte, verließ der Täter mit einer Frau das Gebäude. Die Geiselnahme könnte laut einem Ermittler geplant gewesen sein.

Zunächst war von einer Kurzschlussreaktion des Täters die Rede gewesen: Der Bankräuber könnte sich in die Enge getrieben gefühlt haben, weil die Polizei zur Stelle war, ehe er flüchten konnte, lautete eine Mutmaßung. Später sagte ein Ermittler der APA, die Geiselnahme könnte von vornherein geplant gewesen sein.

Täter wollte Aufmerksamkeit erregen

Der Täter wollte "Aufmerksamkeit erregen", meinte der Kriminalist. Dafür spreche auch, dass er während der Verhandlungen mit Freunden zu sprechen verlangt habe. Er wollte offensichtlich "Zuhörer haben".

Nach Angaben von Oberstleutnant Klug von der Kriminaldirektion 1 (KD1) hatte der Geiselnehmer zunächst keine Forderungen gestellt und auch nicht mit Gewaltanwendung gedroht. Er verlangte lediglich Zigaretten und Getränke, die ihm die Polizei zukommen ließ.

Freilassung der Geiseln folgte nach und nach

Der Täter hatte ersten Angaben zufolge eine Frau fast unmittelbar nach seinem Eindringen in die Bank mit dem "Auftrag" hinausgeschickt, draußen zu sagen, dass es sich um eine Geiselnahme handle. Später ließ er zwei Geiseln gehen und danach in kurzen Abständen zwei weitere, ehe er mit seiner letzten Geisel aus der Bank kam. Nachdem die Polizei die Geisel in Sicherheit gebracht hatte, wurde der Täter zu Boden gerissen und verhaftet. Wie sich nach der Festnahme herausstellte, war der Geiselnehmer mit einer Plastikpistole bewaffnet gewesen.

Täter hatte vermutlich fünf Geiseln in seiner Gewalt

Laut Bundeskriminalamt habe der wegen Gewalt- und Einbruchsdelikten amtsbekannte Geiselnehmer, dessen Beziehung zu seiner Partnerin erst kürzlich zu Ende gegangen war, letzten Erkenntnissen zufolge fünf Menschen in seiner Gewalt gehabt. Dabei handle es sich um vier Bankangestellte und einen Kunden. Diese Angaben seien aber noch ungesichert.

Strafmaß

Was dem Täter zur Last gelegt wird, entscheiden die Einvernahmen des Verdächtigen und der Opfer, sagte der interimistische Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung. Es geht um Raub bzw. versuchten Raub mit einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Haft oder Freiheitsentziehung oder aber erpresserische Entführung, die mit bis zu 20 Jahren Haft bedroht ist, erläuterte die Kriminalpolizei.

© SN/APA.

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