| Israels Staatspräsident Katzav soll wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung von Untergebenen sowie Korruption im Amt vor Gericht gestellt werden. Das gab das Justizministerium am Dienstag bekannt. Eine formale endgültige Anklageerhebung soll aber erst nach einer letzten Anhörung des 61-jährigen Staatsoberhauptes erfolgen. Nach israelischen Medienberichten kann dies bis zu drei Monate dauern.
Mehrere Parlamentsabgeordnete verschiedener Fraktionen forderten den sofortigen Rücktritt Katzavs. Generalstaatsanwalt Mazuz folgte mit der Entscheidung für eine Anklage einer Empfehlung der Polizei, die sich im Oktober nach monatelangen Ermittlungen dafür ausgesprochen hatte, Katzav vor Gericht zu stellen. Nach Medienberichten soll der Präsident nun wegen sexueller Vergehen gegen vier Frauen angeklagt werden. Er soll sie unter Missbrauch seiner Autorität sexuell gefügig gemacht haben.
Weitere Anklagepunkte sind die illegale Annahme von Geschenken sowie Behinderung von Ermittlungen und Einschüchterung von Zeugen. Katzavs Anwälte wollten sich zu einem späteren Zeitpunkt zu der Entscheidung von Mazuz äußern. Die Vorwürfe stammten von ehemaligen Mitarbeiterinnen des Präsidialamts. Der Staatschef hatte mehrfach seine Unschuld betont und sich als Opfer von Erpressungsversuchen dargestellt. Er erklärte jedoch, er wolle im Falle einer Anklage zurücktreten.
Die Generalstaatsanwaltschaft hat auch ein Untersuchungsverfahren gegen Ministerpräsident Olmert einleiten lassen, dem angekreidet wird, bei der Privatisierung der Bank Leumi versucht zu haben, privaten Geschäftsfreunden unter die Arme zu greifen.
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