| Nach Kämpfen mit Regierungstruppen und UNO-Soldaten haben Rebellen am Sonntag die ostkongolesische Stadt Sake übernommen. Die umliegenden Hügel seien ebenfalls unter der Kontrolle von etwa 600 bis 800 Kämpfern des Rebellengenerals Nkunda, teilte ein Sprecher der UNO-Truppe Monuc mit. "Auch die Monuc ist in Sake", fügte er hinzu. Im Westen des Landes wird die UNO von einer EU-Truppe unterstützt.
Die UNO-Soldaten hatten zuvor in die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den Rebellen eingegriffen. Angaben des Sprechers zufolge gaben sie Warnschüsse aus der Luft ab und lieferten sich am Boden Schusswechsel mit den Rebellen. Tausende Menschen flohen vor der Gewalt in den Busch. Die UNO-Soldaten versuchten, den Vormarsch einiger Rebellen in Richtung der Regionalhauptstadt Goma zu stoppen, sagte der UNO-Sprecher weiter.
Am Samstag hatten nach Angaben aus UNO-Kreisen Nkundas Kämpfer die Regierungsarmee in Sake mit Granaten und Panzerabwehrraketen beschossen. Am Sonntag schlug ein Gegenangriff der Regierungsarmee fehl, die die Stadt daraufhin aufgab. Der kongolesische Innenminister Kalume bestätigte Zusammenstöße, nannte aber keine Details.
Auslöser der Gewalt vom Wochenende war offenbar die Tötung eines Tutsi in Sake. Auch Rebellenführer Nkunda gehört der Ethnie an. Nach Angaben eines UNO-Hilfskoordinators in der Region flohen etwa 15.000 bis 20.000 Menschen vor den Kämpfen aus der Stadt. Er hoffe jedoch, dass sich die Situation beruhige und die Flüchtlinge bald wieder zurückkehren könnten, sagte er. Krankenhäuser in Goma berichteten von mindestens 45 verletzten Regierungssoldaten und Rebellen sowie 15 Opfern unter der Zivilbevölkerung. Ein UN-Vertreter sagte, bis Samstagmorgen seien mindestens drei Zivilisten getötet worden.
© SN/APA.
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