| Zum Finale des Herberstein-Untersuchungsausschusses des steirischen Landtags ist die frühere steirische Landeshauptfrau Klasnic am Freitag als letzte Zeugin erschienen. "Der Tierpark ist erhalten geblieben, also war das Ganze doch für etwas gut", meinte Klasnic. Sie bekannte sich zu einer Ferialverfügung, mit der sie 2004 mittels einer Million Euro den Tierpark vor der Schließung bewahren wollte.
Im Wahlkampf war das Thema Herbstein groß gespielt worden und hatte zumindest indirekt zu Klasnics Abwahl beigetragen. Der U-Ausschuss, der sich mit Missständen von Fördergeldern im Zusammenhang mit dem Tierpark beschäftigte, beendete mit der Einvernahme von Klasnic und dem ehemaligen Finanzlandesrat Herbert Paierl (ÖVP) die Zeugenanhörung. Bis 7. Dezember wird Ausschussvorsitzender Werner Murgg (KPÖ) den Entwurf für einen Endbericht vorlegen.
Während der heute als selbstständiger Unternehmer tätige Paierl sich für unzuständig hielt und über die Vorgänge kaum informiert zeigte, verteidigte Klasnic ihr damaliges Handeln: "Stellen Sie sich vor, die Million wäre nicht gekommen. Das Wort Schließung ist regelmäßig auf dem Tisch gelegen." Die inzwischen gefundene Lösung, die Übernahme des Tierparks durch das Land, gebe ihr "mehr als 100 Prozent Recht".
Entschieden wies Klasnic zurück, dass es im Fall von Herberstein um persönliche Bevorzugungen gegangen sei. Den Vorwurf des Landesrechnungshofes, es habe an Kontrolle der Förderungen gefehlt, habe sie ernst genommen: Noch in ihrer Amtszeit habe sie die entsprechenden Schritte veranlasst.
Resümierend räumte Vorsitzender Murgg gegenüber der APA zwar ein, dass der Ausschuss keine neuen Erkenntnisse gebracht habe, er sieht aber Verdachtsmomente erhärtet. Diese beträfen die fehlende rechtliche Grundlage für die Ferialverfügung ebenso wie das Arbeitsklima im Tierpark und die Tierhaltung.
© SN/APA.
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