| Bundeskanzler Schüssel hat in den "Salzburger Nachrichten" erstmals persönlich zur aktuellen Pflegedebatte um seine verstorbene Schwiegermutter Stellung genommen. "Wer sich mit mir matchen will, soll es direkt mit mir aufnehmen und nicht mit meiner angeheirateten Verwandtschaft, die nichts dafür kann", sagte der Kanzler.
Die Fakten sind für Schüssel klar: Seine Schwiegermutter sei nach einer schwierigen Operation vor zwei Jahren für einige Monate zu Hause von einer Mitarbeiterin einer ausländischen Hilfsorganisation betreut worden. Eingefädelt habe das seine Schwägerin auf Empfehlung des Krankenhauses. Weder er noch die Familie seien sich irgendeiner Schuld bewusst. "Meine Schwiegermutter, die ja kein Pflegefall war, war auch sehr zufrieden", sagte Schüssel.
Die in diesem Zusammenhang aufgestellte Rechnung, wonach die Helferin nur eine minimale Bezahlung von 2 oder 3 Euro pro Stunde erhalten habe, wies Schüssel zurück. Neben der Summe, die seine Schwägerin dem Hilfsverein bezahlt habe, seien auch Kost und Logis bereitgestellt worden.
Zur grundsätzlichen Debatte meinte Schüssel, ihm sei klar, dass ein Problem mit Arbeitskräften im Pflege- und Betreuungsbereich ibestehe. Er werde deshalb Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein bitten, Verhandlungen mit den Sozialpartnern darüber aufzunehmen, die noch fünf Jahre lang laufende Sperre für osteuropäische Arbeitnehmer für diesen speziellen Bereich aufzuheben.
Auch der Vater von Bundespräsident Fischer wurde lange von einer slowakischen Pflegerin betreut. Das berichtet der "Kurier". Fischers Schwester berichtete auf Anfrage, die Pflegerin habe 1.000 Schilling pro Tag erhalten, plus Weihnachts- und Urlaubsgeld. Gute Rund-um-die-Uhr-Pflege sei nicht leicht zu bekommen, sagt Stumpf, die Fischers Vater auch selbst betreute.
© SN/APA.
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